Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Das erste Opfer des Krieges ist immer die Wahrheit Winston Churchill

Der Krieg gegen den Irak

Im Februar 2003 gingen 30 Millionen Menschen auf die Straße, um gegen den Krieg im Irak zu protestieren. Auf ihren Bannern stand Lasst die Inspektoren arbeiten! und Kein Krieg für Öl!. Nun ist es zwölf Monate her, seit die Bombardierung begann und das Militär einmarschierte, doch bis zum heutigen Tag ist das Leiden der Iraker keineswegs zu Ende.
  • /

Zwölf Monate nach der Invasion scheint es, als ob der Irak gar keine Massenvernichtungswaffen besessen hätte, und als ob die USA, Großbritannien und ihre Verbündeten ihre Informationen der Öffentlichkeit falsch dargestellt hätten.

Greenpeace hat sich gegen diesen Krieg ausgesprochen, weil er gegen internationales Recht verstieß. Das eigenmächtige Vorgehen der USA war (und ist) eine Gefahr für unser in mehr als einem halben Jahrhundert gewachsenes multilaterales System und das Völkerrecht. Es schafft einen gefährlichen Präzedenzfall für die Zukunft zwischenstaatlicher Beziehungen.

Dieser Krieg - der von den reichsten Ländern der Welt, die selbst riesige Arsenale von Massenvernichtungswaffen besitzen, gegen ein Land der Dritten Welt geführt wurde - war ein äußert ineffektives, kontraproduktives und heuchlerisches Mittel, die internationale Sicherheitslage verbessern zu wollen und gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen vorzugehen. In diesem Krieg ging es eher darum, alte Konten zu begleichen und die irakischen Ölvorräte für den Westen zu erhalten, als den Mittleren Osten zu befrieden. Der Preis dafür waren menschliches Leid und massive Umweltschäden.

Zu Beginn des Irakkriegs forderte Greenpeace die Regierungen der Kriegskoalitions-Länder auf, die Busch-Doktrin des Präventivkrieges zu verwerfen und ihre rechtliche Position in einem weiteren Kontext zu überdenken. Nach dem Ende der Kampfhandlungen schickte Greenpeace ein Expertenteam in den Irak, dessen Aufgabe es war, festzustellen, wie die Koalitionskräfte mit dem radioaktiven Material umgehen würden, das die UN dort sichergestellt hatte. Die Ergebnisse waren schockierend.

Zwölf Monate später, nach den neuesten Enthüllungen, wenden wir uns erneut an die Kriegskoalition und fordern sie auf die Doktrin des Präventivkrieges und des Unilateralismus abzulegen und sich hinter das internationale Recht zu stellen.

Zwölf Monate später, ist es offensichtlich, dass die reale Gefahr von den Waffenarsenalen und der massiven Rüstungsindustrie der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Russlands, Chinas, Israels, Indiens und Pakistan ausgeht, sowie in dem Versagen der ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats zu suchen ist, ihre internationalen Verpflichtungen zur Abrüstung zu erfüllen. Und in dieser Situation droht die Bush-Regierung damit, ein neues Wettrüsten auszulösen, indem sie neue nutzbare Atomwaffen entwickelt.

Zwölf Monate später, blicken wir mit Schrecken und Trauer auf die tragischen Ereignisse in Madrid, auf die nicht endende Gewalt in Bagdad und Basra, Gaza und der Westbank, Bali und Jakarta, Kabul und Kandahar und fragen uns: Hat George Bushs Krieg gegen den Terrorismus die Welt sicherer gemacht?

Mehr zum Thema

Welche Welt wollen wir?

Frieden und Gerechtigkeit, Umweltschutz, Demokratie und faires Wirtschaften sind miteinander verwoben. Nur zusammen ergeben sie eine bessere Welt.