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Briten sagen Nein zu neuen Atomwaffen

Die Mehrheit der britischen Bevölkerung lehnt die Entwicklung eines neuen nationalen Atomwaffensystems ab. Das zeigt eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Umfrage, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Demnach sprechen sich 54 Prozent der Befragten gegen Pläne der Regierung aus, das veraltete Nuklearwaffensystem Trident durch ein neues zu ersetzen. Nur ein Drittel ist für eine Neuentwicklung.

Darüber hinaus verdeutlicht die Umfrage, dass die Unterstützung der Bevölkerung für Atomwaffen seit dem Ende des Kalten Krieges merklich abgenommen hat. Im Vergleich zu einer Befragung aus dem Jahr 1955 zum Thema Einsatz von Atomwaffen zeigt sich, dass deutlich weniger Befragte einen möglichen Einsatz von Atomwaffen befürworten. So lehnen 87 Prozent der Befragten heute einen Einsatz von Atomwaffen gegen ein Land, das selbst keine Atomwaffen besitzt, ab.

Die Umfrageergebnisse senden die eindeutige Botschaft an Tony Blair, dass eine Mehrheit der Bevölkerung gegen die Verschwendung von Milliarden Britische Pfund für den Bau neuer nationaler Atomwaffen ist, sagt Dominick Jenkins, Abrüstungsexperte bei Greenpeace Großbritannien.

Entwicklungen bei den Atomwaffenunternehmen deuten darauf hin, dass sich das Militär bereits auf die Entwicklung einer neuen Atomwaffe vorbereitet. Greenpeace fordert die Regierung auf, diese Entwicklungen zu stoppen. Tony Blair muss den stockenden, internationalen Abrüstungsprozess vorantreiben, fordert Jenkins. (Autorin: Nadine Behrens)

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