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Ban the Bomb-Ballon über Genf

Mit einem Heißluftballon hat am Dienstagvormittag Greenpeace über dem Genfersee in der Schweiz für die atomare Abrüstung protestiert. Die Forderung Ban the Bomb (Verbot der Atombombe) richtete sich dabei an die Teilnehmer der derzeit in der Schweizer Stadt tagenden Mitglieder des Atomwaffensperrvertrages (NPT). Die Vertreter der 187 Mitgliedsstaaten des Vertrages treffen sich noch bis zum 9. Mai in einem Tagungsgebäude der Vereinten Nationen. Lediglich Indien, Israel, Nordkorea und Pakistan sind keine Mitglieder.

Es ist höchste Zeit, das Debattieren zu beenden und sich nicht mehr nur mit Lippenbekenntnissen zu den Grundprinzipien des Atomwaffensperrvertrages zu bekennen, forderte William Peden, Atomwaffenexperte bei Greenpeace. Anstatt nur vorzugeben, sie seien zur Abrüstung gewillt, sollten die USA, Großbritannien, Frankreich, China und Russland konkrete Taten sprechen lassen. Es ist höchste Zeit, die Atombombe zu verbannen.

Im bisherigen Verlauf der Konferenz taten sich tiefe Klüfte zwischen den Positionen einzelner Mitgliedsländer auf. Die Aussichten auf eine Einigung über die Abschaffung des weltweiten Atomwaffenarsenals sehen schlecht aus. Uneinigkeit herrscht über den Mangel an Fortschritt, die weltweite Abschaffung der Atomwaffen voran zu bringen. Unterschiedlich bewertet wird auch der angedrohte Gebrauch von atomaren Waffen in konventionellen Konflikten durch die USA und andere sowie der präventive Einsatz von Atomwaffen. Weitere Streitpunkte sind: Neue Programme zur Entwicklung von Atombomben, die mögliche Rückkehr der Atomtests, aber auch das Fehlschlagen, Verhandlungen über einen Vertrag aufzunehmen, mit dem der Zugang zu waffenfähigen Atommaterial strikt begrenzt würde. (mir)

"Zoom on Doom" - Die Karte der Atomwaffenlager weltweit (auf Englisch) (http://www.greenpeace.org/wmdmap)

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