„G20-Protestwelle“: Gemeinsame Pressekonferenz zivilgesellschaftlicher Organisationen

Laut, bunt – anders

Am 2. Juli, eine Woche vor dem G20-Gipfel in Hamburg, bündeln Greenpeace, BUND und weitere Organisationen ihre Kräfte gegen soziale Ungerechtigkeit und falsche Energiepolitik.

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Die G20 sind eigentlich eine gute Idee: So etwas wie zu viel internationale Zusammenarbeit könne es gar nicht geben, sagte Ernst-Christoph Stolper vom BUND heute Morgen bei einer Pressekonferenz in der Hamburger Greenpeace-Zentrale. Was daraus erwächst, steht auf einem anderen Blatt. Ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen, darunter Greenpeace, Campact, Mehr Demokratie und der DGB Nord, stellte bei der Veranstaltung seine Pläne für die „G20-Protestwelle“ in Hamburg vor: Am 2. Juli, dem Wochenende bevor die einflussreichsten Staatsoberhäupter der Welt zusammentreten, wollen Zehntausende Bürger die Politiker daran erinnern, dass sie die Chancen, die das Gipfeltreffen bietet, auch nutzen: für eine andere Politik, gegen ein „Weiter so“.

Dazu werden sie mit Booten auf der Hamburger Binnenalster demonstrieren, in der Innenstadt protestieren und den Tagungsort in ein Meer aus Bannern tauchen. Die Herausforderungen, die sich der Weltgemeinschaft stellen, sind schwierig und zahlreich – sie können nur gemeinsam gelöst werden, lautete die Botschaft vom Podium. Sie wird Anfang Juli durch ganz Hamburg klingen. Gemeint ist der Kampf gegen soziale Ungleichheit, für einen gerechten Welthandel und starke Demokratien weltweit.

Die größte Aufgabe: Klimaerhitzung aufhalten

Sweelin Heuss, Geschäftsführerin von Greenpeace Deutschland, erinnerte eindringlich an die größte Aufgabe der Staatengemeinschaft: den Kampf gegen den weltweiten Temperaturanstieg. „Die 20 stärksten Industriestaaten stoßen 80 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen aus und tragen damit die Hauptverantwortung für die globale Klimaerhitzung“, so Heuss.

Darum fällt es auch diesem exklusiven Klub der Regierungschefs zu, endlich die Weichen für eine saubere Zukunft zu stellen. Wer, wenn nicht sie? „Die Gruppe der 20 muss ihre Legitimation beweisen, indem sie geschlossen für Klimaschutz eintritt und das Pariser Abkommen konsequent umsetzt“, sagte Heuss weiter. „Das kann nur gelingen, wenn der mittelfristige Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas nicht in Frage gestellt wird.“ Alleingänge à la Trump dürfe es darum nicht geben, kein „America First“, kein „China First“: Die Devise müsse „Planet Earth First“ lauten, sagte die Greenpeace-Geschäftsführerin.

Gewaltfreie Protestwelle

Der Protest am 2. Juli richtet sich demnach nicht gegen die G20 – allerdings gegen große Teile der Politik, die bislang von den mächtigsten Ländern der Welt betrieben wurde. Bei der Protestwelle verschafft sich die Zivilgesellschaft Gehör, lautstark, aber bunt und gewaltfrei. Sie spricht mit einer Stimme – ob das den G20 im Kampf für eine bessere Welt ebenfalls gelingt?

Planet Earth First

>>> Weitere Informationen finden Sie hier: www.g20-protestwelle.de

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