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Greenpeace eröffnet erstes Büro in Afrika

Kein Kontinent hat so wenig zum Klimawandel beigetragen wie Afrika, doch die Folgen der Erwärmung treffen diesen Erdteil besonders hart. Um die Menschen bei der Bewältigung dieser und anderer Umweltprobleme zu unterstützen, hat Greenpeace am Donnerstag in Johannesburg das erste von drei Afrika-Büros eröffnet: Greenpeace Südafrika.

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Greenpeace will sich in Afrika auf die drei größten Umweltprobleme konzentrieren: den Klimawandel, die Abholzung der letzten großen Urwälder und die Überfischung der Ozeane. Ende November eröffnet das zweite Greenpeace-Büro in Kinshasa (Demokratische Republik Kongo). Ein drittes folgt im Frühjahr 2009 im Senegal.

Die afrikanische Bevölkerung sieht sich schwerwiegenden und drängenden Umweltproblemen gegenüber, sagt Amadou Kanoute, Kampagnendirektor von Greenpeace Afrika. Afrika hat jedoch jetzt die Chance, die Wende zu schaffen und eine Vorreiterrolle in umweltschonender Entwicklung zu übernehmen. Greenpeace möchte die Menschen auf diesem Weg unterstützen.

Zu den drängendsten Problemen gehören die Folgen des Klimawandels. Südlich der Sahara könnten bis zum Ende dieses Jahrhunderts rund 180 Millionen Menschen an den unkontrollierbaren Folgen der Erderwärmung sterben. Sintflutartige Regenfälle, extreme Trockenheit und schwindende Nahrungsmittel verursachen dort schon heute Flüchtlingsströme und Kriege.

Greenpeace eröffnet seine afrikanischen Büros nur wenige Wochen vor Beginn der diesjährigen Weltklimakonferenz im polnischen Poznan, die vom 1. bis 13. Dezember stattfindet. Dort berät die Internationale Staatengemeinschaft erneut über eine weltweite Reduktion von Treibhausgasen und die Verhinderung der schlimmsten Folgen des Klimawandels.

Südafrika braucht eine starke Position in den UN-Gesprächen. Es geht um eine finanzielle Unterstützung der Industrienationen für die afrikanischen Entwicklungsländer, damit diese den Folgen des Klimawandels angemessen begegnen können, sagt Amadou Kanoute. Die südafrikanische Regierung sollte zudem zentralafrikanische Länder in deren Bemühen um einen internationalen Finanzierungsmechanismus zur Rettung des letzten großen Urwaldes im Kongobecken unterstützen.

Die Abholzung von Tropenwäldern macht derzeit rund 20 Prozent der weltweiten jährlichen Treibhausgasemissionen aus. Vom Urwaldgebiet des Kongobeckens hängen rund 40 Millionen Menschen mit ihrem Lebensunterhalt ab. Es ist das viertgrößte zusammenhängende Urwaldgebiet der Welt und ein unersetzlicher CO2-Speicher. Durch industriellen Holzeinschlag droht der Kongo aber bis zu 40 Prozent seines Urwaldes in den nächsten 40 Jahren zu verlieren. Greenpeace fordert daher einen globalen Finanzierungsmechanismus, der die Rettung der letzten großen Urwälder auch ökonomisch attraktiv macht.

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