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GPI Geschäftsführer hört Ende 2015 auf

Kumi Naidoo, Geschäftsführer von Greenpeace International, kündigt für Dezember 2015 seinen Rücktritt an.

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Nach fünfeinhalb Jahren an der Spitze von Greenpeace International verkündete Kumi Naidoo heute seine Entscheidung, als Internationaler Geschäftsführer zurückzutreten. Nach Absprache mit dem Vorstand von Greenpeace International wird Naidoo seine Aufgaben bis längstens 31. Dezember 2015 weiterführen, um die reibungslose Übergabe an eine neue Geschäftsführung zu gewährleisten. Der Vorstand bereitet sich nun auf die schwierige Aufgabe vor, einen Nachfolger zu finden. In der Zwischenzeit arbeitet Naidoo weiter in seiner Funktion und treibt die Kampagnen der Organisation voran.

Kumi Naidoo war seit November 2009 als Internationaler Geschäftsführer tätig. Er wurde für diese Position ausgewählt aufgrund seines Lebenslaufes und seiner Erfahrung mit der Kampagnenarbeit im Bereich Menschenrechte und Umweltschutz. Aber auch wegen der Möglichkeiten, die sich für Greenpeace boten, fiel die Wahl auf ihn. So war etwa eine ergiebigere Zusammenarbeit mit dem breiten Spektrum zivilgesellschaftlicher Organisationen möglich.

Dies wiederum führte zu Veränderungen in der Art der Kampagnenarbeit bei Greenpeace. Um Kampagnen zu gewinnen, wurde ein neuer offenerer Ansatz gewählt. Dieser rückte die Menschen und deren Mobilisierung in den Mittelpunkt.

“Greenpeace zu leiten war ein Privileg“

In seiner Amtszeit überwachte Naidoo zudem die größte Umstrukturierung in der 44-jährigen Geschichte von Greenpeace. Greenpeace verwandelt sich in eine weltweite treibende Kraft für eine grüne und friedliche Zukunft; die Ressourcen der Organisation wurden in Ländern gebündelt, in denen die wichtigsten Kämpfe in Sachen Umweltschutz ausgefochten werden.

Die Entscheidung, seine Position aufzugeben, begründet Naidoo wie folgt: “Greenpeace zu leiten war ein Privileg und eine der dankbarsten Erfahrungen meines Lebens. Die leidenschaftlichen und engagierten Mitarbeiter von Greenpeace, die Freiwilligen und die Millionen Unterstützer geben mir Hoffnung und Mut, dass wir die Krise unseres Planeten abwenden können, bevor es zu spät ist. Die vergangenen fünfeinhalb Jahre waren so beschwerlich wie lohnend. Wenn ich gehe, freue ich mich darauf, eine noch wichtigere Rolle bei Greenpeace einzunehmen: die eines Freiwilligen.“

Hinsichtlich seiner Zukunft sagt Naidoo: “Teil meines Plans ist es, nach Südafrika zurückzukehren und dort den stärker werdenden Kampf für eine gerechte Energiezukunft zu unterstützen. Dafür werde ich die unbezahlbare Kampagnenerfahrung mitnehmen, die ich durch die Greenpeace-Leitung gewonnen habe. Mein Land steht wohl vor den größten Herausforderungen seit dem Ende der Apartheid. Die Regierung bezahlt unfassbare eine Billion Rand (85 Milliarden US-Dollar) für ein von Russland gebautes Atomkraftwerk. Das lenkt mein Land auf einen gefährlichen Weg. Dieser trägt wenig dazu bei, saubere Energie zur Verfügung zu stellen für das Fünftel der Südafrikaner, die keinen Zugang zu Elektrizität haben. Wie die vergangenen 60 Jahre gezeigt haben, verträgt sich Atomenergie nicht mit Demokratie. Südafrika verdient eine Zukunft, die auf dem 21. Jahrhundert aufbaut – erneuerbare Energiequellen, die nicht nur die Umwelt schützen, sondern auch Jobs schaffen und dazu beitragen, wirtschaftlichen Wohlstand zu sichern.“

„Geschick als Verhandlungsführer, Vermittler und Anführer“

Ana Toni, Vorstandsvorsitzende von Greenpeace International, sagt: “In den vergangenen fünf Jahren war Kumi sowohl ein wunderbarer Anführer, als auch ein Botschafter für Greenpeace. Zu anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen hat er Brücken gebaut und verstärkt; diese haben den Einfluss der Greenpeace-Kampagnen enorm gesteigert. Sein Geschick als Verhandlungsführer, Vermittler und Anführer war entscheidend bei der Unterstützung des umfassendsten Wandlungsprozesses in der Geschichte von Greenpeace, während die Organisation weiter wuchs. Im Namen unserer Unterstützer, Freiwilligen und der Mitarbeiter auf der ganzen Welt möchte ich Kumi für seine unermüdliche Führung danken.“

Mit der Suche eines Nachfolgers wird der Vorstand von Greenpeace International eine externe Personalagentur beauftragen. Die Suche wird so umfassend wie nur möglich stattfinden und interne sowie externe Beratungen einschließen.

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