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Es tut sich was im Tierpark Warder

Nachwuchs kündigt sich derzeit bei den Hinterwäldern an. Das es sich dabei nicht um so etwas wie die respektlose Bezeichnung für nette Menschen handelt, sondern um eine Rinderrasse, gehörte früher einmal zum Allgemeinwissen. Heutzutage kennt kaum noch einer diese alte Haustierrasse. Doch im schleswig-holsteinischen Tierpark Warder sind einige der letzten Exemplare zu Hause.

Momentan wächst der Tierbestand des Zentrums für alte Haus- und Nutztierrassen im Landkreis Rendsburg-Eckernförde wieder an. Bereits am 29. Dezember 2003 bekam die Highland-Rinderherde Zuwachs: das Kalb Ojemine erblickte das Licht der Welt. Eine der seltenen Girgentana-Ziegen warf Anfang Januar zwei Bocklämmer und zu der Juan-Fernandez-Ziegenherde kamen bis jetzt schon drei Jungtiere hinzu.

Dieser Nachwuchs wurde ausnahmslos in Ausweichquartieren in der Umgebung geboren. Denn seit Wochen herrscht auf dem fast 40 Hektar umfassenden Tierparksgelände in der Nähe des Brahmsees reges Treiben. Handwerker, Arbeiter und freiwillige Helfer hämmern, bauen, renovieren und streichen, um den Park bis Ende März wieder auf Vordermann zu bringen. Doch bereits jetzt ist absehbar, dass sie den Wettlauf gegen die Zeit nicht gewinnen können.

Kaum ist ein Problem gelöst, tauchen mindestens zwei andere auf, sagt der neue Betriebsleiter Heinz Laing. Bei rund 14 Kilometern neuer Zäune, 50 neuen Schutzhütten und 40 Tränken wird das schnell zu einer Sisyphusarbeit.

Deshalb kann man die Mitteilung des Tierparkleiters gut verstehen: Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Aber es geht einfach nicht anders, erklärt Heinz Laing. Wir müssen die Wiedereröffnung der Arche Warder verschieben. Der neue Termin ist aber definitiv der 1. Mai 2004.

Bis dahin soll mit zahlreichen Maßnahmen der Aufenthalt für die künftigen Besucher angenehmer gemacht werden. Der Eingangsbereich wird neu gestaltet, die Informationstafeln und die Ausstellung werden überarbeitet und die sanitären Anlagen modernisiert. Es wird Aufenthaltsräume und einen Hof-Laden geben, wo man sich selbst von den besonderen Qualitäten der alten Haus- und Nutztierrassen überzeugen kann.

Die Grundidee des Parks bleibt jedoch bestehen, sagt Laing. Wir werden die seltenen Haus- und Nutztiere weiter züchten, um diesen Schatz an Artenvielfalt zu erhalten. Nur so wird es auch in Zukunft für die ökologische, standortgerechte Landwirtschaft eine Auswahl an Nutztieren geben. Sie haben mit denen der industriellen Massentierhaltung kaum etwas gemein.

Das war auch einer der Gründe, warum die Greenpeace-Umweltstiftung im Herbst des vergangenen Jahres den angeschlagenen Tierpark finanziell unterstützte. Bei seiner Gründung im Jahre 1989 war der Tierpark Warder das erste Projekt seiner Art in Deutschland. Bisher besichtigten bis zu 60.000 Besucher jährlich den Park. (mir)

Weitere Informationen finden Sie auf den Internet-Seiten des Tierparks Warder.

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