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Tagebau ist Zukunftsklau

100 junge Greenpeace-Aktivisten ziehen heute von der Landeszentrale der Linken zum Brandenburger Landtag und protestieren gegen die Braunkohlepolitik der Regierung.

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SPD und Linke hatten sich Anfang Juni für den neuen Tagebau Welzow-Süd II ausgesprochen und damit den Weg freigemacht, für den klimaschädlichsten aller Energieträger: die Braunkohle. Mit diesen neuen Tagebauen würde bis über die Mitte des Jahrhunderts klima- und gesundheitsschädliche Braunkohle in der Lausitz verstromt werden. Dabei reicht die in den bereits genehmigten Tagebauen lagernde Braunkohle, um die Kraftwerke der Region bis in die 2030er Jahre zu befeuern.

Braunkohle: das Umweltverbrechen unserer Zeit

Der Feinstaub und die Schwermetalle aus den Kraftwerksschloten schaden der Gesundheit von Tausenden Menschen. Gegen diesen Zukunftsklau demonstrieren die Jugendlichen mit selbst gemalten Schildern, Trommeln und Trillerpfeifen. „Tagebau ist Zukunftsklau“, steht auf den Schildern. „Die Politik verschließt die Augen vor der Realität: Die Energiewende macht Kohle mittelfristig überflüssig“, sagt Pia Ruminski (20 Jahre) aus Hannover. „Wer den Klimawandel und die Energiewende ernst nimmt, muss weitere Tagebaue jetzt stoppen.“

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall will in der Lausitz fünf zusätzliche Braunkohlegruben eröffnen. Ganzen Dörfern wie Proschim droht dadurch die Zerstörung, mehr als 3000 Menschen sollen aus ihrer Heimat vertrieben werden. Das ist alles andere als eine sozialverträgliche Linkspolitik. Die brandenburgische Landesregierung scheint das wenig zu kümmern.

Keine Zeit für die Sorgen künftiger Wähler

Nicht zustande kamen angefragte Treffen mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sowie Finanzminister Christian Görke, dem Vorsitzenden der Linksfraktion. Beide nahmen sich keine Zeit, um gemeinsam mit den Jugendlichen über eine zukunftsfähige Energiepolitik zu diskutieren. Auch eine Vertretung schickten die Politiker nicht. „Woidke und Görke verheizen mit ihrer rückwärtsgewandten Energiepolitik unsere Zukunft. Traurig, dass sie uns noch nicht mal erklären wollen, warum“, so Marie Osterloh (16 Jahre) aus Potsdam.

Teil der Menschenkette gegen Tagebaue werden

Weil Energiepolitik Zukunft bedeutet und diese nicht von der Politik alleine bestimmt werden kann, wächst der Protest. Für den 23. August ruft ein breites Bündnis aus lokalen Bürgerinitiativen, Kommunen und Umweltverbänden zur ersten deutsch-polnischen Anti-Kohle-Kette auf.  Eine internationale Menschenkette soll das deutsche Dorf Kerkwitz mit dem polnischen Dorf Gabrice symbolisch miteinander verbinden. Beide Orte drohen neuen Tagebauen zum Opfer zu fallen.

Unterzeichne hier gegen weitere Braunkohletagebaue!

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