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Schiffstour für den Schutz der Arktis

Das Greenpeace-Aktionsschiff "Beluga II" geht auf Infotour für den Schutz der Arktis. Am Sonntag, 9. Juni, starten die Aktivisten mit der "Beluga II" in Flensburg und werden innerhalb von fünf Wochen 18 Hafenstädte entlang der Ostseeküste besuchen, um über die Arktis zu informieren.

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"Die Arktis als eine der letzten intakten Naturregionen der Erde, muss dauerhaft vor der Ausbeutung durch die Industrie geschützt werden", sagt Verena Mohaupt, Tour-Koordinatorin von Greenpeace an Bord der "Beluga II". "Greenpeace fordert ein Schutzgebiet für die hohe Arktis."

Eine weltweite Kampagne zur Rettung der Arktis startete Greenpeace bereits vor zwei Jahren. Insgesamt sollen fünf Millionen Unterschriften für den Schutz des Nordpols gesammelt werden. Über den Arktisschutz informiert die Crew der Beluga in den kommenden Wochen unter anderem in Kappeln, Eckernförde, Kiel, Laboe, Travemünde, Lübeck, Neustadt, Warnemünde, Greifswald, Wolgast, Zingst und Stralsund.

Die Arktis leidet besonders unter dem Klimawandel, das Eis geht immer weiter zurück. Im vergangenen Herbst war die arktische Meereisfläche so klein wie noch nie seit Beginn der Beobachtungen vor 33 Jahren. Diesen Rückgang des Eises will die Ölindustrie, allen voran Shell und Gazprom, ausnutzen, um bisher nicht zugängliche Öl- und Gasvorkommen zu erschließen.

Doch die Risiken sind in dieser unberechenbaren Region nicht kalkulierbar. Ein Ölunfall wäre für die Konzerne, unmöglich zu kontrollieren. Darum muss ein Schutzgebiet eingerichtet werden, das hilft, die einzigartige Natur der Arktis zu bewahren.

Shell musste seine ursprünglichen Pläne, vor der Küste Alaskas nach Öl zu bohren, nach einer Serie von Pannen aufgeben. Die beiden eingesetzten Bohrplattformen wurden bei Havarien schwer beschädigt. Dass Shell in der Arktis grob fahrlässig gehandelt hat, bestätigte ein Untersuchungsbericht des US-Innenministeriums im März.

Auch die Ölförderungspläne des russischen Konzerns Gazprom verzögern technische Probleme immer wieder. Gazprom will das erste arktische Öl aus der Petschorasee vor der Küste Russlands fördern. Bei der russischen Ölförderung passieren besonders viele Unfälle, die immer wieder zu Verschmutzungen führen. Bis zu 500.000 Tonnen Öl aus den russischen Fördergebieten gelangen jährlich über die Flüsse in den arktischen Ozean.

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