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Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen Sponsor Gazprom

Protest beim Gymnastik-Worldcup

Gazprom fördert als erster Konzern Offshore-Öl aus der Arktis. Dagegen protestierten Greenpeace-Aktivisten beim Gymnastik-Worldcup in Stuttgart mit einem ungewöhnlichen Aktionsmittel.

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Zum Abschluss eines Tages beeindruckender sportlicher Leistungen machten die Aktivisten die Zuschauer des Worldcups auf ein weit wenig ruhmreiches Betätigungsfeld von Hauptsponsor Gazprom aufmerksam. Dazu ließen sie während der Siegerehrung einen mit Helium gefülltes, dreieinhalb Meter langes Mini-Zeppelin in der Porsche-Arena in Stuttgart steigen. Die Aufschrift: "Rettet die Arktis - Stoppt Gazprom!"

Durch das Sponsoring von Sport-Events - Gazprom ist auch Sponsor der UEFA Champions League - will der Konzern Image-Punkte gutmachen. Deshalb sind gerade diese Veranstaltungen der Ort, an dem Greenpeace-Aktivistin auf das Arktis-Projekt des Konzerns hinweisen. „Der Konzern spielt in der Arktis Russisches Roulette mit der Natur“, sagt Martin Hofstetter, Greenpeace-Sprecher. Greenpeace fordert ein Ende der Ölförderung in der Petschorasee, wo Gazprom Ende letzten Jahres den Betrieb auf der Bohrinsel Prirazlomnaya aufgenommen hatte.

Das Öl aus arktischen Gewässern spielt in der Energiestrategie von Gazprom eine wichtige Rolle. Der Konzern will weitere Ölfelder in der Arktis erschließen und hat für die Förderung bereits eine weitere Bohrplattform konstruieren lassen. Im kommenden Monat sollen erstmals Märkte mit arktischem Offshore-Öl von Gazprom beliefert werden.

Internationale Kampagne zum Schutz der Arktis

Greenpeace-Aktivisten hatten bereits im Herbst vergangenen Jahres an der Prirazlomnaya protestiert. Im Anschluss an die Protestaktion wurden die dreißig Besatzungsmitglieder des Greenpeace-Schiffes Arctic Sunrise - darunter 28 Greenpeace-Aktivisten - festgenommen und von den russischen Behörden 70 Tage inhaftiert. Bis heute ist die Arctic Sunrise im russischen Murmansk festgesetzt.

Greenpeace setzt sich für ein Schutzgebiet rund um den Nordpol und ein Verbot von Ölbohrungen im Arktischen Meer ein. Weltweit haben sich auf der Seite www.savethearctic.org bereits über fünf Millionen Menschen angeschlossen. Kürzlich hat auch das Europäische Parlament in einer Resolution die Einrichtung eines Schutzgebiets rund um den Nordpol befürwortet.  

Welche langfristigen Folgen ein Ölunfall im hohen Norden haben kann, zeigt die Katastrophe des Öltankers Exxon Valdez. Das Schiff kollidierte vor genau 25 Jahren vor Alaska mit einem Riff und löste eine der größten Umweltkatastrophen der Seefahrt aus. Bis heute hat sich die Region nicht von den 40.000 Tonnen ausgelaufenen Öls erholt. „Diese Tankerkatastrophe muss für alle eine Mahnung sein, die Finger von der Arktis zu lassen“, so Hofstetter.

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