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Mobil machen gegen Kohle

In 37 deutschen Städten protestieren Greenpeace-Aktivisten heute gegen Europas größtes Umweltverbrechen: die Braunkohle-Pläne in Brandenburg und Sachsen.

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Bundesweit, unter anderem in Dresden, Köln und Frankfurt am Main rufen Greenpeace-Aktivisten dazu auf, sich an der ersten internationalen Anti-Kohle-Kette am 23. August zu beteiligen. Die Menschenkette soll vom polnischen Dorf Grabice über die Neiße bis nach Kerkwitz in Brandenburg reichen. Beide Orte drohen den geplanten Tagebauen zum Opfer zu fallen. Seit dem 31. Mai ziehen Greenpeace Aktivisten quer durch Deutschland, um für die Anti-Kohle-Kette zu werben. Hier finden Sie eine Übersicht aller Termine, wann und wo sich die Aktivisten mit aufblasbarem Schaufelrad aktuell befinden.

Vattenfall plant neue Kohlegruben

Anfang Juni hat Brandenburgs rot-rote Landesregierung den politischen Weg frei gemacht für Vattenfalls weitere Kohlegrube bei Cottbus, Welzow Süd II. Doch der schwedische Energiekonzern plant in der Lausitz weitere Tagebaue - eine Katastrophe für den Klimaschutz, denn Braunkohle ist der schmutzigste aller Energieträger. Für die gleiche Menge Strom produziert ein Braunkohlekraftwerk etwa dreimal mehr CO2 als ein modernes Gaskraftwerk. „Braunkohle und Klimaschutz passen so gut zusammen wie Brennspiritus und die Feuerwehr“, so Anike Peters, Energieexpertin bei Greenpeace.

Ende Mai hatten Greenpeace-Aktivisten ein achttägiges Protestcamp in der Parteizentrale der Linken aufgeschlagen, um gegen den geplanten Tagebau Welzow-Süd II zu protestieren. Das Kohle-Vorhaben in Brandenburg widerspricht dem Wahlversprechen der Partei, weitere Tagebaue zu verhindern. Auch parteiintern sorgt der geplante Tagebau für Unstimmigkeiten. Viele der Parteimitglieder solidarisieren sich mit Greenpeace, in einem offenen Brief forderten hohe Parteimitglieder die Brandenburger Minister auf, gegen das Vorhaben zu stimmen. Allen Protesten zum Trotz stimmten alle vier Minister der Linken Anfang Juni für den Tagebau Welzow-Süd II.

Allein die Verbrennung der Braunkohle, die dort ab dem Jahr 2026 abgebaggert werden soll, würde 200 Millionen Tonnen des Klimakillers CO2 freisetzen – viermal so viel wie ganz Schweden im Jahr ausstößt. Noch größere Tagebaue sind in der Region in Planung. Zum Beispiel in der benachbarten polnischen Provinz Gubin-Brody.

Die Linke als Klima-Amokläufer

Mit diesen Plänen ignoriert die Linke nicht nur ihr eigenes Wahlversprechen, sondern auch die Tatsache, dass die Kohle aus Welzow-Süd II für Deutschlands Energieversorgung nicht gebraucht wird. Das bestätigt ein Gutachten im Auftrag des Brandenburger Umweltministeriums.

„Die Entscheidung von Brandenburgs rot-roter-Landesregierung gleicht einem klimapolitischen Amoklauf. Wenn Deutschland eine Chance wahren will, seine eigenen Klimaziele zu erreichen, darf es keine weiteren Tagebaue geben“, so Peters.

Einziger Ausweg: Kohleausstieg

Deswegen fordert Greenpeace den Ausstieg aus der Braunkohle bis zum Jahr 2030 und einen generellen Kohleausstieg bis 2040. Im vergangenen Jahr haben sich bereits 120.000 Menschen gegen den geplanten Tagebau Welzow-Süd II und somit gegen Braunkohle ausgesprochen. Mit der Menschenkette am 23. August versuchen lokale Bürgerinitiativen, Kommunen und Umweltverbände, dem Widerstand aus ganz Deutschland gemeinsam eine Stimme zu geben.

Hier können Sie weitere Braunkohletagebaue stoppen und selbst ein Teil der Menschenkette am 23. August werden!

Tiefergreifende Infos zur Anti-Kohle-Kette finden Sie hier: www.humanchain.org

In folgenden Städten sind die Greenpeace-Aktivisten unterwegs:

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