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Neue Mitmachplattform GreenAction

"Wir machen Engagement sichtbar"

Am 1. August startet Greenpeace seine neue Internet-Community GreenAction. Auf der Mitmachplattform für Umweltkampagnen können Nutzer eigene Kampagnen anlegen, andere Umweltinteressierte dazu einladen und sich mit wenig Aufwand organisieren. Über GreenAction und den Internetauftritt von Greenpeace sprachen wir mit Volker Gaßner, Leiter des Bereichs Presse, Recherche, Neue Medien bei Greenpeace.

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Online-Redaktion Im Internet gibt es schon jetzt zahlreiche so genannte Online-Communities, wie Facebook, MySpace oder StudiVZ. Warum startet Greenpeace jetzt mit einem eigenen Sozialen Netzwerk?

Volker Gaßner Um Kampagnen zum Schutz unserer Lebensgrundlagen zu gewinnen braucht Greenpeace in Zukunft noch mehr Menschen, die selbst aktiv werden und die auch andere zum Handeln bewegen. Als Umweltorganisation reicht es ja nicht aus zu informieren, wir müssen auch immer stärker mobilisieren. Dafür ist das Internet eine hervorragende Plattform. Und nur ein eigenes soziales Netzwerk garantiert, was uns bei unserer Arbeit wichtig ist: absolute Unabhängigkeit von Unternehmen, Werbefreiheit, die Einhaltung von Greenpeace-Werten wie Gewaltfreiheit und die Konzentration auf das Thema Umweltschutz. Wir glauben, dass wir so das Internet auch ein Stück politischer machen können.

Online-Redaktion Was ist das Besondere an GreenAction?

Volker Gaßner Unsere Community ist eine offene Plattform. Sie steht allen Initiativen, Organisationen und Umweltaktiven zur Verfügung die sich vernetzen wollen, die Umweltkampagnen anderer unterstützen und eigene Kampagnen starten wollen. Damit wird in Zukunft Engagement aus dem gesamten Spektrum der Umweltbewegung an einem Ort sichtbar. GreenAction wird so zu einem riesigen Pool von Kreativität und Mitmachideen. Und eine solche Gemeinschaft bietet natürlich nicht nur Anregungen, wie man sich engagieren kann. Gerade für kleine Initiativen oder Einzelpersonen gibt sie auch Schutz und Stärke, wenn es gegen einen mächtigen Gegner geht. Was uns von anderen Communities unterscheiden wird ist auch unser Ansatz, dass wir Online- und Offline-Aktionen strategisch miteinander verknüpfen werden. GreenAction bietet sich beispielsweise an, um Protestideen im Internet zu entwickeln, sie dann auf der Straße umzusetzen und anschließend in der Community wieder darüber zu berichten.

Online-Redaktion Wer soll mit GreenAction angesprochen werden?

Volker Gaßner Grundsätzlich ist GreenAction für jeden interessant, der für die Umwelt aktiv werden möchte. Besonders wollen wir aber junge Menschen über die Community ansprechen. Sie haben eine besondere Motivation, denn es geht um ihre Zukunft. Um diese Bezugsgruppe zu erreichen und für den Umweltschutz zu begeistern, muss man dorthin gehen, wo sie aktiv ist – ins Internet. Und man muss ihre Kommunikationswege im Netz nutzen. Wir sind aber im Moment dabei unser gesamtes Internetangebot zu überarbeiten. Unser Auftritt im Netz wird damit für alle interessanter, die an der Arbeit von Greenpeace interessiert sind.

Online-Redaktion Was bedeutet das konkret für jemanden, der an einem Greenpeace-Thema im Internet interessiert ist?

Volker Gaßner Unser Ziel ist, Greenpeace in Zukunft mit all seinen Facetten im Internet zu zeigen. Unter www.greenpeace.de werde ich als Nutzer in Zukunft weiterhin aktuelle Informationen und Hintergrundwissen zu einem Thema finden. Unsere Seite wird aber eine klarere Struktur bekommen. Es wird mehr Videos, Podcasts und interaktive Karten geben.

In unserem neuen Blog – das Ende Juni online gegangen ist – gibt es aktuelle Kommentare, Meinungen und persönliche Sichtweisen zu den Themen. Da geht die Bandbreite vom persönlichen Schiffstagebuch der Meereskampagnerin bis zur Kommentierung eines Politikerstatements. Wir wollen den Menschen damit eine unabhängige Orientierungshilfe im Dschungel der Meinungsvielfalt geben.

Wer sich zu dem Thema engagieren möchte – der findet auf GreenAction.de eine Vielzahl von Anregungen. Und das, wie gesagt, nicht nur fürs Internet, sondern auch für die reale Welt.

Ergänzt wird das Angebot durch schnelle Infos über unseren Twitter-Auftritt und durch regionale Informationen von den Internetseiten der rund 90 Greenpeace-Gruppen in ganz Deutschland.

Und alle diese Ansätze verfolgen ein Ziel: Wir wollen unsere Kommunikation stärker öffnen. Damit gehen wir auch im Internet weg vom bisher oft vorherrschenden Monolog und hin zur Möglichkeit, mit Greenpeace in einen echten Dialog zu kommen.

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