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Ein Jahr GreenAction - Zeit für eine kleine Bilanz

GreenAction hat Geburtstag: Am 31. Juli 2009 erblickte die Kampagnen-Community für Umweltthemen das Licht des Internets. Ziel war es, Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen für ihre Mitmachaktionen eine offene Plattform zu schaffen. Und das ist gelungen! Zum ersten Geburtstag freut sich GreenAction über mehr als 7.100 registrierte Aktivistinnen und Aktivisten. Und diese sind ausgesprochen aktiv, sie haben im ersten Jahr mehr als 960 Kampagnen initiiert.

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Eine Kampagne ist dann erfolgreich, wenn sie Druck auf Industrie und/oder Politik ausübt. Dafür müssen Kampagnen von möglichst vielen Menschen unterstützt werden. Dabei ist es weniger wichtig welcher Organisation jemand angehört. Wichtig ist das Ziel, das erreicht werden soll. GreenAction macht es möglich, sich über Organisationsgrenzen hinweg zu engagieren und umweltaktive Menschen für die eigenen Kampagnen zu mobilisieren und sich mit ihnen zu vernetzen.

Highlights aus dem ersten Jahr

Besonders neugierig haben wir die Carrotmobs (nicht nur) auf GreenAction beobachtet. Ein Carrotmob ist ein Netzwerk von ökologisch bewussten Konsumenten, die durch strategischen Konsum Unternehmen positiv verändern wollen. Geschäftsinhaber werden mit Kunden und mehr Umsatz geködert, wenn sie bereit sind, einen Teil ihres Umsatzes in den ökologischen Umbau ihres Ladens zu investieren.

Das spannende an dieser Form des Protests ist die Verbindung von On- und Offline-Aktivität. Ist ein Laden ausgemacht, wird über Internet, Facebook, Twitter, StudiVZ, GreenAction, MySpace etc. und per E-Mail zu einem bestimmten Tag, dem Aktionstag, kräftig die Werbetrommel gerührt. Am Aktionstag stürmt dann die Karottenmeute den Laden und kauft ein. Dabei kann ein Ladeninhaber seinen Umsatz schon mal verdrei- oder vervierfachen. Und weil die Carrotmobs in der realen Welt so erfolgreich sind, haben auch die klassischen Medien über sie berichtet.

Besonders ans Herz gewachsen ist uns die Kampagne Rette Deinen Urwald. Mit dieser Kampagne setzt sich der Bund Naturschutz Bayern e. V. für einen Nationalpark Steigerwald ein. 300 Jahre alte Buchen machen den Steigerwald zu einer Art Urwald mitten in Deutschland. Der uralte Buchenwald ist ein einzigartiges Ökosystem, in dem sogar ein beinahe ausgerottetes Tier, die Wildkatze, wieder gesichtet wurde.

Die Kampagne ist toll gemacht, lebendig, immer aktuell, schön zu lesen und es gibt herrliche Bilder vom Steigerwald zu bewundern. So macht es einfach Spaß immer wieder vorbeizuschauen. Besonders erfreulich ist, dass die Kampagne ihr gesetztes Ziel erreicht hat. Die ersten 11.000 Unterschriften für den Nationalpark Steigerwald sind gesammelt. Nun wird nochmal draufgesattelt und die nächsten 5.000 Unterschriften sind angepeilt. Wer also noch nicht für den Steigerwald unterschrieben hat, sollte das jetzt tun.

Greenpeace auf GreenAction

Vor dem Klimagipfel in Kopenhagen riefen wir auf GreenAction zum bundesweiten Klima-Aktionstag am 7. Dezember 2009 auf. Nicht nur wir erwarteten von den Regierenden, dass sie ein vernünftiges und wirksames Klimaabkommen vereinbarten. Um das zu unterstreichen, dachten wir uns eine etwas ungewöhnliche Ansprache der Politiker aus.

Den Pariser Platz in Berlin zierte eine große Leinwand, auf der eine Twitterwall angezeigt wurde. So konnte jeder mit einem bestimmten Stichwort über Twitter am Klima-Aktionstag teilnehmen - ohne vor Ort sein zu müssen. Innerhalb weniger Stunden griffen viele, viele Menschen die Forderungen nach Klimaschutz auf und unterstützen den Protest. Auf diese Weise liefen am 7. Dezemben über 15.000 Protest-Tweets über die Twitterwall und durch das Netz. Für uns eine spannende neue Protestform, die online und offline verbindet.

Über GreenAction und andere Soziale Netzwerke starteten wir im März weltweit die Kampagne Nestlé give the Oran Utan a break! Damit wollten wir den Nahrungsmittel-Multi Nestlé dazu bewegen, kein Palmöl mehr aus Urwaldzerstörung zu verwenden. Ein Sturm der Empörung über Nestlés Gebaren brach los und tobte sich u. a. auf den Facebook-Seiten des Konzerns aus.

Um Nestlé mit dieser Empörung direkt zu konfrontieren, besuchten wir im April den Konzern und brachten auch dort eine Twitterwall mit. Diese platzierten wir gut sichtbar vor dem Eingang der deutschen Konzernzentrale in Frankfurt/Main. So konnten sich erstmals Menschen von überall direkt an einer Greenpeace-Aktivität beteiligen und ihre persönliche Botschaft an den Konzern senden. Und jeder, der bei Nestlé einen Fensterarbeitsplatz zur Straße hinaus hatte, konnte die einlaufenden Tweets - und damit die Wünsche der Verbraucher - mitlesen.

Und sonst?

Auch auf technischer Ebene ist GreenAction weiterentwickelt worden. Dabei haben wir immer wieder auf die Kommentare und Anregungen der Aktivistinnen und Aktivisten zurückgreifen können. Natürlich konnten wir (noch) nicht alles verwirklichen - auch unser Budget ist begrenzt. Trotzdem, wir versuchen die Wünsche Schritt für Schritt umzusetzen. Besonders gefreut hat uns im letzten Jahr, dass mit der Integration von Facebook connect GreenAction nochmal einen deutlich spürbaren Aktivistenzuwachs bekam.

Die von Aktivisten initiierten Kampagnen wie Wir brauchen mehr GreenAction-AktivistInnen oder Der GreenAction FlashMob zur Feier des hoffentlich bald 10.0000sten Mitglieds sind für uns mobilisierend und machen deutlich, dass GreenAction angenommen wird. Wir wünschen uns weiterhin viele spannende, druckvolle und erfolgreiche Kampagnen auf GreenAction.

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