Greenteams machen sich stark für ein Schutzgebiet in der Antarktis

Besser als Freibad

Zu klein, um für eine bessere Welt zu kämpfen? Von wegen! Am Wochenende waren 20 Greenteams unterwegs, um Unterstützer für den Schutz der Antarktis zu finden.

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Greta aus Bad Wünnenberg bei Paderborn ist elf Jahre alt und weiß schon ganz genau, was sie sich dieses Jahr als verfrühtes Weihnachtsgeschenk von der Bundesregierung wünscht: ein Schutzgebiet in der Antarktis. Genauer gesagt: Das größte Meeresschutzgebiet der Welt, und zwar im Südpolarmeer. Dafür sollen sich deutsche Politiker stark machen, wenn im Oktober die Antarktis-Kommission über eine solche Zone im antarktischen Weddellmeer entscheidet. Als Erinnerungshilfe haben am Wochenende 20 Greenteams, Greenpeace-Gruppen von Kindern zwischen zehn und 14 Jahren, Unterschriften gesammelt und Pinguine gebastelt. Beides will Greenpeace im Herbst den Teilnehmern der Antarktis-Kommission überreichen.

Greta und ihre Mitstreiter von „The Greenies“, wie ihr Greenteam heißt, konnten sogar ihren Bürgermeister überzeugen, einen Pinguin für die Antarktis zu falten. „Das war toll“, erklärt sie. „Schon die Vorbereitung für die Aktion hat richtig Spaß gemacht. Ich habe das Gefühl, dass wir wirklich einen Beitrag zum Schutz der Meere leisten konnten!"

Krillfang: Unnötig und zerstörerisch

Für die Lebewesen des Südpolarmeeres sind riesige Krill-Fangschiffe die größte Gefahr. Weil die Polkappen abschmelzen und immer weniger Eis die Gewässer bedeckt, dringen die Schiffe immer tiefer ins antarktische Meer vor. Dort fischen sie den Krill ab. Die winzigen Krebse sind das Hauptnahrungsmittel für Wale, Robben, Pinguine und andere Bewohner des Südpolarmeeres. Als Beute der Fangschiffe wird Krill jedoch hauptsächlich zu Nahrungsergänzungsmitteln verarbeitet, da er Omega-3-Fettsäuren enthält. Dabei können die Fettsäuren auch anders gewonnen werden, wie ein Greenpeace-Report zeigt.

„Das Krillfischen im Südpolarmeer geht gar nicht!", findet Romy. Die Elfjährige war mit ihrem Greenteam „Das Wilde Grün“ in Breitbrunn am Chiemsee für die Antarktis im Einsatz. Sie erklärt, warum sie sich an diesem heißen Tag lieber die Füße im Dorf plattlief als im Freibad zu schwimmen: „Ich liebe Tiere, und mir ist es wichtig, etwas zum Schutz der Arten und der Umwelt zu unternehmen.“ Wie ihre Mitstreiter hofft sie, dass ihre Aktionen und ihre Argumente die Politiker der Antarktis-Kommission nicht kalt lassen.

 „Wir sind total begeistert von dem Engagement unserer Jüngsten”, sagt Simone Wiepking, Greenteam-Betreuerin bei Greenpeace. Bereits seit Mai arbeiten die Kindergruppen zum Thema Antarktis. Die Aktionspakete mit den Bastelvorlagen für Pinguine finden reißenden Absatz – schon über 1000 davon wurden an Interessenten verschickt. Die sammeln noch bis 20. September Unterschriften und Pinguine. Im Oktober, wenn es in Sachen Schutzgebiet dann ums Ganze geht, sollen die der Antarktis-Kommission übergeben werden: ganz stilecht auf einer Eisscholle. 

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