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Wenn Meeresleben zu Abfall wird ...

Leben ist kein Abfall! Das haben die Besucher des Brandenburger Tors heute auf Transparenten lesen können. Zugleich haben ihnen Greenpeace-Aktivisten 17 tote Wale präsentiert - stellvertretend für Hunderttausende, die jedes Jahr qualvoll als Beifang in den Fischernetzen zu Tode kommen. Oder durch Umweltgifte und Unterwasserlärm sterben. Die Tiere liegen auf einem 25 Meter langen Podest: unter ihnen ein Pilotwal, ein Schnabelwal, ein Weißseitendelfin, gemeine Delfine und Schweinswale.

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Die vor dem Brandenburger Tor gezeigten Wale sind in den vergangenen Monaten tot an europäischen Stränden angetrieben und Greenpeacer haben sie geborgen. Die Tiere stammen aus dem englischen Kanal, von der französischen Atlantik- und der deutschen Nord- und Ostseeküste. Einige Tiere zeigen deutliche Spuren von Fischernetzen - ein Zeichen dafür, dass sie vermutlich in Netzen ertrunken sind. Andere Wale haben Verletzungen durch Schiffsschrauben.

Wale werden wie Abfall behandelt. Die Tiere hier stehen für die 17 Wale und Delphine, die weltweit alle halbe Stunde als Beifang in Fischernetzen ertrinken, sagt Stefanie Werner, Meeresbiologin bei Greenpeace.

IWC darf sich nicht nur mit dem Walfang beschäftigen

Greenpeace fordert von der Bundesregierung in Berlin, eine Vorreiterrolle beim Schutz der Wale in Europa einzunehmen. In einer Woche bietet sich dazu die Gelegenheit: Während des Jahrestreffens der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Anchorage/Alaska muss sich Berlin für einen umfassenden Schutz aller Wale einsetzen. Alle Gefahren, denen die Tiere ausgesetzt sind, müssen auf der IWC Gegenstand der Verhandlungen sein.

Wenn die IWC sich nur mit der Jagd beschäftigt, greift dies zu kurz. Es ist an der Zeit, dass die Tiere umfassend geschützt werden, fordert Stefanie Werner.

Dienstag, 22. Mai 2007, ist Tag der Artenvielfalt

Die Wale spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem Meer, obwohl ihre Anzahl viel geringer ist als die der Säugetiere an Land. Etliche Walarten sind mittlerweile jedoch vom Aussterben bedroht. Einer der Gründe, warum die Vereinten Nationen (UN) den morgigen Tag zum Tag der Artenvielfalt ausgerufen haben.

Damit die Meere künftig geschützt werden können, braucht es großflächige Schutzgebiete. Diese müssen mindestens 40 Prozent der Ozeane ausmachen. Für die europäischen Meere müssen Schutzgebiete in der neuen Meeresstrategie-Richtlinie der EU festgeschrieben werden.

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