Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Wieder einmal stellt Australien seine Naturverbundenheit unter Beweis. In seinen sub-antarktischen Besitzungen wird jetzt ein Schutzgebiet errichtet.

Weltgrößter Meeresschutzpark

Australien richtet das größte maritime Schutzgebiet der Welt ein. Die Regierung in Canberra gab am 9. Oktober bekannt, dass insgesamt rund 65.000 Quadratkilometer Fläche unter umfassenden Schutz gestellt werden. Sie schließen die Insel Head und die McDonald-Inseln ein, die sich gut 4500 Kilometer südwestlich vom australischen Festland und knapp 1000 Kilometer nördlich der Antarktis befinden. Die Inseln stellen in der Region die einzigen noch völlig unberührten Ökosysteme dar, in die bislang keine fremden Lebewesen durch den Menschen eingeführt wurden.

Die Größe des neuen Schutzgebiets entspricht fast der Fläche von Bayern und verweist ein weiteres australisches Gebiet bei der Macquarie-Insel mit 58.000 Quadratkilometern Fläche weltweit auf Platz Zwei. Heard und die McDonald-Inseln wurden bereits 1997 in die Welt-Naturerbe-Liste aufgenommen. Durch die Regierungserklärung wird der Schutz jetzt aber noch verstärkt. Die meisten menschlichen Aktivitäten sind nun untersagt, die kommerzielle Fischerei genauso wie die Suche nach Bodenschätzen oder Öl. Selbst wissenschaftliche Forschung darf nur noch eingeschränkt ausgeführt werden.

Das Schutzgebiet erstreckt sich auf einen der wildesten Orte der Welt. In den Genuss des Schutzes kommen die südlichen See-Elefanten, Fellrobben und einige Pinguinarten sowie zwei Albatrossarten. Im Wasser profitieren Weichkorallen, Glasschwämme und Riesenpfahlwürmer. Zugleich befindet sich auf der Insel Heard Australiens einziger aktiver Vulkan: Big Ben. Mit seinen 2745 Metern ist er der höchste australische Berg.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Wachs im Wattenmeer?

Bei den Klumpen, die derzeit die Küste verschmutzen, handelt es sich vermutlich um Paraffine aus Tankwaschungen und Containerverlusten. Eine legale Praxis, die beendet werden muss.

Lebensgrundlagen in Gefahr

Die Fischerei im Indischen Ozean wird nicht ausreichend kontrolliert: Rund ein Drittel der untersuchten Fischpopulationen gelten bereits als überfischt.

Siegel nicht sauber

Das MSC Siegel soll eigentlich nachhaltigen Fischfang garantieren. Doch es hält oft nicht, was es verspricht. Bio-Produkte oder vegetarisch ist daher Ostern die bessere Wahl.