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Weg frei für Kennzeichnung von Fisch und Meeresfrüchten

Viele Verbraucher wollen Fisch aus nachhaltiger Fischerei. Doch bisher ist dieser mangels Kennzeichnung nicht zu bekommen. Wie der Bundesverband der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels am Donnerstag mitteilte, haben sich Fischindustrie und Fischgroßhandel auf eine detailliertere Deklarierung von Fisch und Meeresfrüchten geeinigt.

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Gemeinsam verabschiedeten sie eine Strategie zur genaueren Kennzeichnung ihrer Produkte nach Fischbeständen. Bis 2010 soll so eine Kennzeichnung der Herkunft von Fisch und Meeresfrüchten nach spezifischen Beständen sichergestellt werden.

Wir begrüßen diesen ersten wichtigen Vorstoß der Fischindustrie. Die Rückverfolgbarkeit von Fisch bis hin zu seinem Ursprung und zum Ausgangsbestand ist die Grundlage für eine bewusste Kaufentscheidung der Verbraucher. Nur so kann die Herkunft aus gesunden Beständen sichergestellt werden, sagt Stefanie Werner, Greenpeace-Meeresexpertin.

Auch die Fischindustrie scheint nun eingesehen zu haben, dass das Fischettikettierungsgesetz weitaus zu lasch ist. Dieses seit 2002 bestehende Gesetz schreibt gerade einmal vor, das Fanggebiet anzugeben. Eine solch pauschale Kennzeichnung sagt jedoch weder etwas über das genaue Fanggebiet aus, noch darüber, wie bedroht ein Fischbestand ist. Laut der Welternährungsorganisation FAO sind bereits 76 Prozent der wichtigsten Fischbestände schon überfischt oder bereits kollabiert.

Es gibt von vielen Fischarten noch gesunde Bestände, die zudem einem guten Management unterliegen. Aus diesen Quellen zu beziehen und darauf zu achten, dass auch die Fangmethoden schonend für die Meeresumwelt sind, darin liegt die Verantwortung der Fischindustrie, macht Werner deutlich.

Da Lebensmittelketten als Schnittstelle zwischen Produktion und Verbraucher fungieren, forderte Greenpeace von diesen schon lange, den Verbraucher umfassend über die von ihnen gehandelten Fischereierzeugnisse zu informieren.

Werner zufolge sei die Entscheidung des Handels goldrichtig, eine transparente Rückverfolgbarkeit bis zum Ursprungsbestand in den Einkaufsvereinbarungen mit ihren Produzenten festzuschreiben. Dadurch bekäme nicht nur der Verbraucher die Information für eine bewusste umweltschonende Entscheidung. Auch die Lebensmittelketten könnten nachvollziehen, ob der richtige Fisch in ihrer Theke liege.

Auf dieser Grundlage müssen die Supermärkte und Discounter eine nachhaltige Fischeinkaufspolitik erarbeiten. Darin müssen Ausschlusskritierien für den Fischeinkauf festgelegt und den Konsumenten öffentlich zugänglich gemacht werden, empfiehlt Werner. Außerdem muss die Einkaufspolitik eine Selbstverpflichtung enthalten, dass überfischte Arten oder zerstörerische Fangmethoden mit vielen Beifangopfern aus dem Sortiment genommen werden.

Werner weiter: Stattdessen müssen andere, nachhaltig gefangene Fischarten ins Sortiment aufgenommen und beworben werden. Je besser wir informiert sind, desto sorgfältiger und schonender können wir mit dem Lebensraum Meer und seinen Bewohnern umgehen, dem Lebensraum, auf dem alles Leben basiert.

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