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Japanische Firma steigt nach weltweiten Protesten aus Walfang aus

Walfangflotte kehrt nach Japan zurück

Nach über vier Monaten ist am Freitag die japanische Walfangflotte in ihren Heimathafen zurückgekehrt. Das 120 Meter lange industrielle Verarbeitungsschiff Nisshin Maru hat Kanazawa in der Präfektur Ishikawa am Morgen erreicht. Nach eigenen Angaben haben die Walfänger seit Dezember 853 Zwergwale und zehn der unter gesondertem Schutz stehenden Finnwale in der Antarktis getötet.

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Greenpeace hat die Jagd mit den Schiffen Esperanza und Arctic Sunrise im Dezember 2005 massiv gestört und das illegale Treiben der Flotte im Antarktischen Schutzgebiet im Südpolarmeer wieder weltweit öffentlich angeprangert. Infolge der Proteste tausender Menschen sind wichtige japanische Firmen aus dem Geschäft mit dem Walfang ausgestiegen.

Wir konnten mit unseren Aktionen zwar nur wochenweise das Töten der Wale verhindern, sagt Stefanie Werner, Wale-Expertin von Greenpeace, aber den Menschen in vielen Ländern ist wieder vor Augen geführt worden, wie grausam diese kommerzielle Jagd ist, in der manche Wale sich 45 Minuten im Todeskampf quälen.

Der Ausstieg japanischer Firmen aus dem Walfang ist ein wichtiger Zwischenerfolg: Die Fischereifirma Nissui und deren Tochterfirmen kündigten nach weltweiten Protesten an, den Verkauf von Walfleisch sofort zu stoppen. Außerdem gab die Firma Kyodo Senpaku, die die Walfangflotte unterhält, Anfang April bekannt, dass sie ihre Aktien an der Flotte abstoßen und ebenfalls den Handel mit Walfleisch einstellen werde.

Den Großteil der Aktien wird das japanische Walforschungsinstitut übernehmen, das von der Regierung unterhalten wird. Da Walfleisch sich kaum noch verkaufen lässt, werden von nun an weitaus höhere Subventionen nötig sein.

Die Wirtschaft hat keinerlei Interesse mehr an der Jagd auf Wale, sagt Stefanie Werner. Die Walfangflotte fährt unter dem Deckmantel der Wissenschaft jeden Winter in das Antarktische Schutzgebiet. Dieses Schutzgebiet wurde eingerichtet, damit sich die Großwal-Bestände unter Ausschluss der Jagd erholen können. Das Fleisch der getöteten Tiere landet in japanischen Restaurants.

Bereits zum 41. Mal hat die Internationale Walfang-Kommission IWC Japan aufgefordert, seine Jagd einzustellen, bislang ohne Erfolg. Im Gegenteil: Japan möchte die Wiederaufnahme der kommerziellen Jagd auf Großwale erreichen, die seit 1986 verboten ist. Zu diesem Zweck zahlt Japan seit dem Jahr 2000 Gelder an 18 Mitgliedsländer der IWC, damit diese sich im Sinne Japans aussprechen. Die Regierung Südafrika hat diese Form der Bestechung zurückgewiesen und bleibt damit auf der Seite der Walfang-Gegner.

Der Protest gegen die japanische Fangflotte in der Antarktis war von Dezember bis März die erste Etappe der weltweiten Greenpeace-Expedition SOS Weltmeer. Mit an Bord war die Hamburger Schlauchbootfahrerin Regine Frerichs, die die grausame Jagd aus nächster Nähe erlebte.

Über ein Jahr lang kreuzt das größte Greenpeace-Schiff Esperanza auf vier von fünf Weltmeeren, um die akuten Bedrohungen der Ozeane aufzuzeigen und zu bekämpfen. Derzeit ist die Esperanza vor den Kanarischen Inseln. Dorthin hat sie Piratenfischer verfolgt, die vor Westafrika die Gewässer eines der ärmsten Länder der Erde plündern.

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