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Walfang in der Antarktis

Seit 1994 gibt es ein internationales Walschutzgebiet im Südpolarmeer. Doch die japanische Regierung jagt in dem Gebiet seit vielen Jahren unter dem Deckmantel des wissenschaftlichen Walfangs. Die Zahl der getöteten Wale hat sich seit der Einrichtung des Walschutzgebiets sogar noch erhöht. Der so genannte wissenschaftliche Walfang wird in Japan staatlich hoch subventioniert.

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Im Dezember und Januar war Greenpeace im Südpolarmeer aktiv und hat dort den wissenschaftlichen Walfang dokumentiert. Vielfach mussten die Aktivisten den Todeskampf der unglücklichen Tiere aus unmittelbarer Nähe mitansehen - der manches Mal über 30 Minuten dauerte. Greenpeace sorgte dafür, dass die Bilder der grausamen Waljagd um die Welt gingen.

Daraufhin richteten Tausende Deutsche sich mit ihrer Unterschrift an die europäische Nissui-Vertretung, die stark in den illegalen kommerziellen Walfang in der Antarktis verstrickt ist. Über 90.000 Protest-Postkarten - allein von deutschen Unterstützern - erreichten in den USA die Firma Gorton's, einer hundertprozentigen Nissui-Tochter. Ebenso protestierten die Menschen international gegen das Waleschlachten in den Antarktis.

Nach über vier Monaten kehrte die japanische Walfangflotte Mitte April zurück. Nach eigenen Angaben haben die Walfänger 853 Zwergwale und zehn der stark bedrohten Finnwale im Walschutzgebiet getötet.

Doch es gibt Hoffnung: Infolge der weltweiten Proteste gegen die japanische Waljagd sind die beiden Fischereifirmen Nissui und Gorton's aus dem Geschäft mit dem Walfang ausgestiegen. Andere beteiligte Firmen folgten dem Beispiel.

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