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Volle Kraft Voraus - EU-Kommission unterstützt offiziell das Handelsverbot

Gestern hat die EU-Kommission beschlossen, den Antrag für ein Handelsverbot von Rotem Thunfisch zu unterstützen. Damit ist offensichtlich auch der größte Kritiker des Vorschlages, Fischereikommissar Joe Borg davon überzeugt, dass nur eine solche Notmaßnahme den Sushi-Edelfisch vor der Ausrottung bewahren kann. Der aus Malta stammende Fischereikommissar stand unter großem Druck seines Heimatlandes, das maßgeblich von der Überfischung des Roten Thunfisches im Mittelmeer profitiert hatte.

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Wann gibt Bundesministerin Aigner endlich ihre Blockade-Haltung auf? fragt sich Greenpeace-Meeresbiologie Thilo Maack,die EU-Kommission unterstützt das Handelsverbot, der deutsche Umweltminister wirbt dafür und sogar der französische Ministerpräsident Sarkozy setzt sich dafür ein. Welcher Grund bleibt Ministerin Aigner, die Rettung des Mittelmeer-Thunfisches zu behindern? Hier scheint es nicht um die Sache, sondern lediglich um Grundsätzlichkeiten zu gehen.

Bereits im Juli legte das Fürstentum Monaco den Vorschlag für ein Handelsverbot bei den Verhandlungen der Internationalen Kommission zur Erhaltung der Atlantischen Thunfischbestände (ICCAT) vor. Der Vorschlag fand bis jetzt die Unterstützung Frankreichs, Großbritanniens, der Niederlande, Polens und Österreichs. Auch Deutschland sicherte zunächst seine Unterstützung zu, ruderte aber dann zurück.

Greenpeace berichtete: Aigner blockiert auf Kosten des Artenschutzes

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