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US-Bundesrichterin verbietet Sonartests

Eine US-Bundesrichterin in San Francisco untersagte der Navy am Dienstag, Spezialsonare zum Aufspüren von feindlichen Unterseebooten in weiten Teilen der Weltmeere einzusetzen. Die Entscheidung begründete die Richterin damit, dass die mächtigen Schallwellen mit dem Lärmpegel einer startenden Raumfähre Wale, Tümmler und Fische gefährden.

Tierschützer hatten vor Gericht angeführt, dass die Sonartechnik Risse im Hirn- und Ohrengewebe der Tiere verursache. Tödliche innere Blutungen sind die Folge. Zudem beeinträchtigen die Schallwellen, die sich über Hunderte von Kilometern ausbreiten können, die Orientierung der Tiere. Die Massenstrandungen auf den Bahamas im Jahr 2000 sowie auf den Kanarischen Inseln im letzten Jahr führen Tierschützer auf Sonare zurück.

Um den Schutz der Tiere zu gewährleisten, soll in 40 Prozent des Pazifischen Ozeans der Gebrauch der Sonartechnik zum Orten von extrem leisen Diesel-U-Booten nicht mehr möglich sein. Bis zum 7. Oktober müssen die Tierschützer und die Navy nach dem Beschluss der Richterin einen Plan erstellen: Er soll die Gebiete mit der reichsten Walpopulation festlegen, wo die Navy in Zukunft nicht mehr Testen darf.

Wie lange das Urteil allerdings Bestand hat, ist fraglich. Mit dem Verweis auf die nationale Sicherheit hat die US-Regierung nach dem Urteil im Kongress einen Antrag gestellt, um das Teil-Verbot zu untergraben. (nic)

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