Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

UNESCO ernennt Wattenmeer zum Weltnaturerbe

Das Wattenmeer ist seit heute Weltnaturerbe. Damit erkennt die UNESCO diese Landschaft als einzigartig und besonders schutzwürdig an. Ausgezeichnet wurde das Gebiet zwischen der niederländischen Insel Texel und Sylt. Das Hamburgische Watt vor der Elbmündung bleibt außen vor. Der Hamburger Senat hatte seine Bewerbung Anfang 2008 kurzfristig zurückgezogen, um die geplante Elbvertiefung nicht zu gefährden.

  • /

Der Titel ist mit hohem Prestige verbunden, jedoch nicht mit hohen Auflagen zum Naturschutz. Weltnaturerbe klingt gut, sagt deshalb Meeresexperte Thilo Maack von Greenpeace. Letztlich sei das aber nur ein Titel, der mit Leben gefüllt werden müsse. Das Wattenmeer ist seit 23 Jahren Nationalpark. Bislang hat das wenig gebracht: Die Ölförderung wird weiter geplant und es wird gefischt, was das Netz hergibt.

Dass der Titel allein nicht schützt, zeigt das Beispiel der Dresdner Elbauen. Dort wurde nach längerer Auseinandersetzung mit dem Bau einer vierspurigen Brücke begonnen - trotz deutlicher Warnungen von Seiten der UNESCO. Gestern wurde bekannt, dass die UN-Organisation ernst gemacht hat. Die Kulturlandschaft Dresdner Elbauen ist von der Liste der Weltkulturerbe gestrichen worden.

Mit Blick auf das Ökosystem Wattenmeer fordert Greenpeace echte Schutzgebiete, in denen die Natur sich selbst überlassen bleibt. Auf dass dieser Landschaft der Titel zu Recht erhalten bleibe.

Tags:

Weiterführende Publikationen zum Thema

Stellungnahme zum Raumordnungsplan für Nord- und Ostsee

Das Bundesinnenministerium hat unter Federführung des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie den finalen Entwurf des Raumordnungsplans für die deutsche Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) jenseits des Küstenmeers der Nord- und Ostsee vorgelegt. Ziel soll die nachhaltige Nutzung sein, nicht zuletzt um den guten Umweltzustand der Meere zeitnah zu erreichen. Der Plan soll bis mindestens 2031 gelten. Die deutschen Umweltverbände kritisieren den Entwurf, hier die ausführliche Stellungnahme.

High Stakes

The environmental and social impacts of destructive fishing on the high seas of the Indian Ocean

Mehr zum Thema

Arktis bald ohne Eis ?

Für das Meereis in der Nordpolarregion ist keine Erholung in Sicht.

Der diesjährige Tiefstand: 4,81 Millionen Quadratkilometer.

Wachs im Wattenmeer?

Bei den Klumpen, die derzeit die Küste verschmutzen, handelt es sich vermutlich um Paraffine aus Tankwaschungen und Containerverlusten. Eine legale Praxis, die beendet werden muss.

Über die Verhältnisse

Deutschland hat seine Ressourcen für dieses Jahr verbraucht. Für alles, was ab jetzt konsumiert wird, zahlen kommende Generationen und andere Länder die Zeche.