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Tunfischkiller Wetter?

Das Phänomen La Niña soll im Atlantischen Ozean die Hauptursache für die weltweite Tunfisch-Knappheit sein. Wissenschaftlern zufolge wird das Phänomen noch bis April 2008 andauern und desaströse Konsequenzen haben. Das berichtet Globefish, das Nachrichtemforum der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). La Niña tritt oft nach dem bekannteren Wetterphänomen El Niño auf.

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Tunfische sind äußerst beliebte Speisefische. Fast 12 Prozent des gesamten Fischverzehrs in Deutschland entfallen auf diese warmblütige Fischart. Soviel menschliche Aufmerksamkeit tut der Natur in den seltensten Fällen gut: Die schwimmenden Jäger, die teilweise auf die Geschwindigkeit eines Rennpferdes beschleunigen können, befinden sich nahezu weltweit in ernsthafter Gefahr.

Der rote Tunfisch im Mittelmeer droht innerhalb der nächsten vier Jahre auszusterben. Die Gelbflossenbestände im zentralen und westlichen Pazifik, der Meeresregion, wo 50 Prozent des Dosenthunfisch auf dem deutschen Markt herkommen, sind nun auch überfischt, sagt Greenpeace Meeresexpertin Stefanie Werner.

Auswirkungen des Klimawandels wie das immer häufigere Auftreten des El Niño-Phänomens setzen den Meeren und ihren Bewohnern schon jetzt zu. Doch es sind die zerstörerischen Nutzungen durch den Menschen, die die Widerstandsfähigkeit der Ozeane fortlaufend schwächen. Allem voran die Fischerei. 60 Prozent der wirtschaftlich wichtigen Fischbestände sind bereits überfischt. 90 Prozent der großen Raubfische bereits aus den Meeren verschwunden.

Der Mensch muss endlich zu einer nachhaltigen Nutzung der Meere finden und große Zonen komplett unter Schutz stellen, damit das Leben in den Ozeanen eine Chance hat. Und damit auch unsere Kinder noch wissen werden, wie beispielsweise ein Tunfisch schmeckt und vor allem aussieht, fordert Stefanie Werner.

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High Stakes

The environmental and social impacts of destructive fishing on the high seas of the Indian Ocean

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