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Tu Watt, Hamburg - Noch zwei Tage Zeit!

Frischer Wind und unruhige See hätten die Aktion fast verhindert. Doch am Dienstagnachmittag um halb vier hing das Banner. Am Leuchtturm Roter Sand in der Außenweser prangte die Greenpeace-Botschaft Tu Watt, Ole - JA zum Weltnaturerbe Wattenmeer. Der Protest richtet sich gegen die Kehrtwende des Hamburger Ersten Bürgermeisters: Ole von Beust boykottiert die Anerkennung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe.

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Es wäre ein Skandal für Hamburg und eine Schande für Deutschland, wenn sich die UNESCO aufgrund einer Hamburger Laune gegen die Aufnahme des Wattenmeeres als Weltnaturerbe entscheiden würde, sagt Jörg Feddern, Meeresbiologe und Greenpeace-Experte. Das Wattenmeer ist in seiner ökologischen Bedeutung viel zu kostbar, um Spielball wirtschaftlicher und politischer Einzelinteressen zu werden.

Viele Jahre lang war Hamburg die treibende Kraft im Bestreben, das Wattenmeer als Weltnaturerbe anerkennen zu lassen. Gemeinsam mit der Bundesregierung, den Niederlanden, Niedersachsen und Schleswig-Holstein wollte die Hansestadt jetzt den Antrag bei der UNESCO einreichen.

Doch mit der Jahreswende 2007/2008 kam der Sinneswandel. Der Hamburger Senat ging in Blockadestellung und verweigert nun als einziger Beteiligter die Unterschrift. Damit gefährdet die Stadt den gesamten Prozess. Der Antrag muss bis zum 1. Februar mit den Unterschriften aller Beteiligten bei der UNESCO in Paris vorliegen. Scheitert das Anliegen jetzt, gibt es erst in einigen Jahren, wenn nicht Jahrzehnten eine neue Chance.

Das Wattenmeer ist in seiner ökologischen Bedeutung weltweit einzigartig. Die Anerkennung als Weltnaturerbe würde es neben anderen außergewöhnlichen Landschaften wie beispielsweise dem australischen Great Barrier Reef oder den Galapagos-Inseln als besonders schützenswertes Gebiet ausweisen.

Fest steht, dass Hamburg keinerlei Nachteile durch die Ernennung des Wattenmeeres zum Weltnaturerbe entstehen. Im Gegenteil, das Ansehen und die Bekanntheit Norddeutschlands würden in der Welt steigen, so Jörg Feddern.

Nach seiner umstrittenen Entscheidung für das Kohlekraftwerk Moorburg wäre dies nun bereits die zweite weitreichende umweltpolitische Fehlentscheidung, die Ole von Beust trifft. Zwischen den vollmundigen Umweltversprechen des Bürgermeisters und seinem Handeln liegen derzeit Welten.

Der Leuchtturm Roter Sand im Wattenmeer der Außenweser ist ein über die Grenzen Deutschlands hinaus bekanntes Symbol. Mit seinen weiß-rot-weißen Streifen gilt er vielen Menschen als der klassische Leuchtturm schlechthin.

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