Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Trawlerbesatzung geht gegen Aktivisten vor

Im Nordatlantik ist es am Sonnabend zu Auseinandersetzungen zwischen Greenpeace-Aktivisten und Besatzungsmitgliedern des Tiefseetrawlers Anuva gekommen. Ein Dutzend Greenpeacer hatte den Trawler erklommen und Banner entrollt, auf denen stand: Stoppt das Plündern der Tiefsee.

Einige setzen sich auf die Netze, andere auf die Vorrichtung, über die die Netze ins Wasser gelassen werden. Die Anuva konnte daraufhin ihre Grundschleppnetze nicht mehr ausbringen. Aufgebrachte Besatzungsmitglieder benutzten deshalb Löschschläuche wie Wasserwerfer, um die Aktivisten von Bord zu drängen. Trotz mehrfacher Aufforderungen, das Leben der Greenpeacer nicht zu gefährden, wurden auch die Netze ins Wasser gelassen. Drei Aktivisten gingen dabei mit über Bord.

Die Besatzung des Greenpeace-Schiffes Esperanza war am Freitag Zeuge geworden, wie die Anuva ihre Netze einholte und darin meterlange Bruchstücke von Korallen und zahlreiche andere Tiefseelebewesen zum Vorschein kamen. Das spanische Schiff, das unter litauischer Flagge fährt, trägt durch seine Fischerei zum Artensterben in der Tiefsee bei. Grundschleppnetzschiffe, die meisten stammen aus EU-Ländern, ziehen ihre tonnenschweren Netze über den Meeresboden und pflügen ihn dabei regelrecht um.

Ganze Ökosysteme werden aus tausenden Metern Tiefe gerissen, nur um an ein paar Fische heranzukommen, kritisiert an Bord der Esperanza der Greenpeace-Experte Dima Litvinov. Diese Plünderung der Tiefsee löscht unerforschte Welten aus, darunter auch uralte Korallen. Diese Zerstörung ist unnötig, und was noch viel schwerer wiegt, nicht wieder gut zu machen. (ang)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Zurück – oder in die Zukunft

Die Internationale Walfangkommission steht vor einem Paradigmenwechsel: Will sie weiter nur den kommerziellen Walfang regulieren – oder aktiv zum Schutz der Wale beitragen?

Ins Gewissen geredet

Sie müssen nicht, aber sie wollen: Internationale Krillfangunternehmen lassen künftig empfindliche Gebiete der Antarktis in Ruhe. Ein wichtiger Schritt Richtung Schutzgebiet.

Wo geht’s zum Weddellmeer?

Am Südpol soll das größte Meeresschutzgebiet der Welt entstehen. Greenpeace-Aktivisten zeigen heute in ganz Deutschland den Weg in die Antarktis – und warum sie Schutz benötigt.