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Toter Finnwal im Hamburger Hafen

Im Hamburger Hafen ist am Dienstag ein verendeter Finnwal entdeckt worden. Der Kadaver des Meeressäugers, der mit dem Bauch nach oben im Wasser trieb, wurde von der Feuerwehr geborgen. Greenpeace-Meeresexpertin Iris Menn und ihr Kollege Thilo Maack begleiteten die Bergung. Der Wal ist etwa 15 Meter lang und männlich. Er ist aufgedunsen und wegen der fortgeschrittenen Verwesung stinkt er sehr stark, berichtete Menn.

Zuletzt wurde hier ein Wal dieser Größe vor 70 Jahren gesichtet, berichtet Maack. Sonst verirren sich nur Kleinwale wie Delfine oder Schweinswale hier hin. Seine Kollegin vermutet, dass der Finnwal nicht erst im Hamburger Hafen gestorben sei, sondern bereits in der Nordsee verendete. Durch die Gezeitenströmung könnte er in den Hafen getragen worden sein.

Ein Veterinärarzt, der ebenfalls vor Ort war, stellte mehrere Verletzungen an dem Finnwal fest, die auf Schiffsschrauben hindeuten. Wir wissen allerdings nicht, ob sie dem Tier vor seinem Tode oder erst danach zugefügt wurden, sagte Menn. Auch die Ursache für den Tod sei unklar. Tierarzt und Greenpeace entnahmen Gewebeproben, um sie auf Dauergifte zu untersuchen.

Zur Bergung des Kadavers wurde der Meeresriese von Tauchern in Netze gehüllt und durch einen großen Kran aus dem Wasser gehoben. Ein niedersächsisches Spezialunternehmen wird das tote Tier endgültig entsorgen. (mod)

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