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Tiefseezerstörer mitten in Dresden

Eine ausgeprägte Hochseefischerei dürfte es in Dresden nicht geben. Aber am Mittwoch und Donnerstag ist wenigstens ein kleines Grundschleppnetz in der Stadt. Auf dem Schloßplatz präsentiert Greenpeace ein 70 Meter breites, 15 Meter hohes und 40 Meter langes Fischernetz an einem Kran, damit die Dresdener und Touristen einen räumlichen Eindruck bekommen können. Mit dem Netz protestiert Greenpeace gegen die sinnlose Zerstörung der Tiefsee.

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Mit solchen und dreimal so großen Grundschleppnetzen werden zum Beispiel Rotbarsch und Blauleng gefangen. Die Netze pflügen dabei den Meeresboden regelrecht um und ebnen ihn auf voller Breite völlig ein. Wo jemals so ein Netz vorbeikam, bleibt nur noch eine öde Wüste am Meeresgrund zurück. Die EU-Mitgliedsländer sind gefordert, diese Vernichtung der Tiefsee zu stoppen - auch Deutschland.

Eine begleitende Tiefsee-Fotoausstellung zeigt, wie rasant die Grundschleppnetzfischerei den Artenreichtum unter Wasser vernichtet. Mit der Grundschleppnetzfischerei wird das Leben in der Tiefsee zerstört, bevor wir es überhaupt erforschen konnten, sagt die Greenpeace-Meeresbiologin Iris Menn.

Verantwortung dafür tragen alle EU-Länder, allen voran Fischfangnationen wie Spanien. Ein Moratorium, ein Sofortverbot der Grundschleppnetzfischerei auf der hohen See, ist die einzige Chance, das Leben dort unten für die Menschheit zu erhalten, erklärt Menn.

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