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Tiefseeschutz über Bord geworfen

Die zerstörerische Grundschleppnetzfischerei in der Tiefsee geht weiter. Das ist das enttäuschende Ergebnis des fünften Treffens der UNICPOLOS (informeller Konsultationsprozess der Vereinten Nationen zum Seerechtsübereinkommen) in New York. Die Länder hatten eine wirkliche Gelegenheit zu handeln, aber sie haben die Chance nicht genutzt, sagte Greenpeace-Meeresexperte Thilo Maack nach dem Ende der Konferenz am 11. Juni.

Unterwasserstudien belegen, dass Grundschleppnetzfischerei für die umfangreiche Zerstörung der Tiefsee und ihrer Artenvielfalt verantwortlich ist. Die bis zu fünf Tonnen schweren Gewichte an den Netzen durchpflügen den Grund des Ozeans und zerstören dabei hunderte bis tausende Jahre alte Ökosysteme, wie Korallenriffs und Schwämme. Trotzdem blockierten einige Fischereiministerien ein Verbot dieser Methode. Deutschland und die EU haben letztendlich nicht das Nötige getan, um das Moratorium trotzdem durchzusetzen, kritisiert Maack.

Wissenschaftler glauben, die größtenteils unerforschten Tiefseebiotope seien extrem artenreich und könnten die größten verbleibenden Reservoirs von unentdeckten Meeresspezies sein. Greenpeace fordert in einer Allianz mit anderen Organisationen von den Ländern ein Verbot der Grundschleppnetzfischerei: Die biologische Vielfalt der Tiefsee und die Umweltverträglichkeit der Grundschleppnetzfischerei müssten erst einmal wissenschaftlich ausgewertet werden und gesetzlich bindende Regelungen feststehen.

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