Supermarktranking Fisch 2009: Weitere Fortschritte

Mit riesigen Netzen durchpflügen industrielle Fangflotten unsere Meere. Der Schaden ist immens und reicht weit in die Zukunft hinein. Um dem kurzsichtigen Treiben ein Ende zu setzen, sind alle Seiten gefragt: Fischer mit Weitblick, Politiker mit dem Willen zur Konsequenz, aber auch Handel und Verbraucher. Mit dem Supermarktranking Fisch 2009 von Greenpeace können Verbraucher Einkaufspolitik machen. Er zeigt: Wer nachhaltig gefangenen Fisch kaufen will, hat inzwischen durchaus Alternativen.
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In den Supermärkten hat sich einiges getan: Im Jahr 2007 konnte Greenpeace allen untersuchten Handelsunternehmen mit einer orangen Bewertung gute Ansätze bescheinigen, forderte aber auch gezielte Maßnahmen. Die Ergebnisse 2008 - ein Jahr später - zeigten eine deutliche Aufsplitterung. Kaufland und Norma hatten knapp eine grüne Bewertung und somit einen guten Standard Standard erreicht. Ihnen folgen Aldi Süd, Rewe, Lidl und Metro im orangen Mittelfeld. Aldi Nord und Edeka verharrten wie 2007 knapp an der Grenze zu rot, während Kaiser' Tengelmann und Netto mit einer roten Bewertung an die letzten beiden Positionen des Rankings abgerutscht waren.

2009 führen Kaufland und Norma erneut das Feld an, gefolgt von Lidl und Aldi Süd, dicht an der Grenze zu einer grünen Bewertung. Anschließend folgen eng beeinander Rewe, Edeka, Bünting und Metro. Etwas tiefer, aber auch mit einer orangen Bewertung: Kaiser's Tengelmann und Netto. Lediglich Aldi Nord hat eine rote Bewertung erhalten und ist an die letzte Position des Rankings abgerutscht.

Das vollständige Testergebnis können Sie in unserem Hintergrundpapier "Supermärkte im Vergleich" nachlesen. Es zeigt, wie unterschiedlich die Handelsketten und Discounter auf die Problematik nicht-nachhaltiger Fischerei reagieren.

Das Supermarktranking gibt Verbrauchern die Möglichkeit, selber gegen die rücksichtslose Plünderei der Meere aktiv zu werden. Rein statistisch isst jeder Deutsche 15,6 Kilogramm Fisch pro Jahr. Je größer die Nachfrage nach nachhaltig gefangenem Fisch ist, desto mehr wächst der Druck auf Fischereiindustrie und Politik. Die einen müssen ihre Fangmethoden ändern, die anderen für ein umweltschonendes Regelwerk sorgen.

Als nachhaltige Fischerei gilt für Greenpeace grundsätzlich: Sie hält den Bestand der Zielart auf einem gesunden Niveau, ohne andere Arten des Ökosystems negativ zu beeinflussen. Andere Arten werden weder getötet noch wird ihre Nahrungsquelle oder ihr Lebensraum zerstört.

Für das Supermarktranking hat Greenpeace die Unternehmen befragt und ist mit ihnen im fachlichen Austausch. Zudem wurden öffentliche Quellen genutzt und das Fischsortiment der Märkte stichprobenartig untersucht.

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