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Südpolarmeer: Interview mit Aktivistin vor Ort

Auf dem japanischen Walfangschiff Nisshin Maru in der Antarktis ist am Donnerstagmorgen ein Feuer ausgebrochen. Ebenfalls im Südpolarmeer ist das Greenpeace-Schiff Esperanza. Bislang auf der Suche nach den Walfängern, um sich gegen den Walfang einzusetzen. Wir sprachen mit der deutschen Aktivistin und Schlauchbootfahrerin Regine Frerichs, derzeit an Bord der Esperanza, über die Situation.

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Greenpeace-Online: Regine, habt ihr nähere Informationen, was an Bord der Nisshin Maru passiert ist?

Regine: Heute Morgen erreichte uns erneut ein Notruf, diesmal von der Nisshin Maru. Das ist das Fabrikschiff der Japaner. Der Notruf ist aufgrund eines Feuers oder einer Explosion, die sich auf dem Schiff ereignet hat, gesendet worden. Ein Seemann ist als vermisst gemeldet und das Schiff manövierunfähig.

Weil wir derzeit eines der wenigen Schiffe überhaupt in der Nähe sind, haben wir uns sofort auf den Weg gemacht. Zudem haben wir ständigen Kontakt mit der zuständigen Seenotrettungsstelle aus Neuseeland und sie baten uns um Unterstützung. Ein paar Stunden später wurde der Einsatz von dort allerdings wieder abgesagt.

Greenpeace-Online: Tokio hat euer Hilfsangebot ja sogar abgelehnt und euch als Terroristen denunziert. Wie geht es für euch jetzt weiter, was macht ihr jetzt?

Regine: Wir sind weiterhin auf dem Weg zur Nisshin Maru, schließlich geht es dort um Menschenleben. Ich hatte ja bereits erwähnt, dass ein Seemann nach wie vor vermisst wird. Zudem soll das Schiff evakuiert worden sein und wer weiß, wie die Situation für die Menschen vor Ort genau aussieht. Unsere Unterstützung kann immer noch vonnöten sein.

Außerdem wird so eine Situation nicht am Schreibtisch in Japan entschieden, sondern hier vor Ort. Von der Nisshin Maru gibt es keine Ablehnung unseres Angebotes, von dort haben wir noch nichts gehört.

Greenpeace-Online: Welche Gefahr geht von dem Schiff aus?

Regine: Die Nisshin Maru treibt steuerlos in der Ross-See. Sie könnte irgendwo auflaufen oder mit einem der vielen Eisberge kollidieren. Wenn dabei der Rumpf zerstört wird, könnten Treibstoff und an Bord befindliche Chemikalien auslaufen und so die hier besonders empfindliche Umwelt gefährden. Es ist derzeit überhaupt unklar, ob die Umwelt durch das Unglück gefährdet ist. Auch darüber wollen wir uns direkt vor Ort ein Bild machen.

Greenpeace-Online: Regine, vielen Dank für das Gespräch und viel Glück.

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