Aktionsschiff Beluga II bringt erneut Granitsteine zum Schutzgebiet Adlergrund

Steiniger Weg zum Ziel

Fotostrecke: Greenpeace-Aktive versenken weitere Steine in der Ostsee vor Rügen. So wollen sie das Schutzgebiet Adlergrund vor zerstörender Grundschleppnetzfischerei bewahren.

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Heute Morgen ist das Schiff Beluga II erneut ausgelaufen, Kurs Adlergrund vor Rügen. An Bord tonnenschwere Natursteine und motivierte Aktivistinnen und Aktivisten. „Gestern konnten 30 Steine im Schutzgebiet Adlergrund versenkt werden“, sagt Thilo Maack, Meeresbiologe bei Greenpeace. „Jeder Stein trägt dazu bei, die artenreichen Steinriffe und Miesmuschelbänke vor der Zerstörung durch schwere Schleppnetze zu schützen.“

So absurd es klingt: Fangschiffe dürfen legal in dem ausgewiesenen Meeresschutzgebiet mit großen Schleppnetzen den Meeresboden regelrecht umpflügen. Die Spuren der Zerstörung dokumentierten Greenpeace-Taucher in den vergangenen Wochen. Zwar gibt es Pläne, die bodenzerstörende Fischerei im Adlergrund zu verbieten. Es fehlt jedoch der politische Wille, das Verbot umzusetzen.

Damit Meeresschutz nicht nur auf dem Papier besteht, errichten die Aktivist*innen deshalb eine steinerne Barriere. Die Aktion dauert mehrere Tage. Abends kehrt die Beluga II nach Sassnitz auf Rügen zurück, um die Ladung Granitbrocken für den nächsten Tag aufzunehmen.

Das Wetter ist der Aktion wohlgesinnt, die See ruhig.

Behörden und Fischer werden über die Positionen der Steine informiert. 

Wenn kein Stein rollt, nutzen die Aktiven den unverstellten Blick auf das Meer.

Unter der Oberfläche zeigt sich die Artenvielfalt. Miesmuschelbänke am Boden der Ostsee sind Lebensräume für zahlreiche Meeresbewohner. Plattfische leben hier – doch sie sind begehrter Fang der Grundschleppnetzfischerei. Auch Ölausbeutung, Sand- und Kiesabbau sowie die Folgen der Klimaerhitzung setzen Deutschlands Hausmeeren zu.

Für den Meeresschutz werden auch weiterhin Aktivistinnen und Aktivisten unterwegs sein. Denn im Kampf gegen die Klimakrise und das Artensterben sind gesunde Meere unerlässlich. Sie stabilisieren das Weltklima, haben rund 90 Prozent der atmosphärischen Treibhausgaswärme aufgenommen und etwa 30 Prozent des menschengemachten CO2 gespeichert.

>>> Fordern Sie Bundeslandwirtschafts- und Fischereiministerin Julia Klöckner (CDU) auf, sich für echten Meeresschutz einzusetzen. Die Petition können Sie hier unterzeichnen.

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Stellungnahme zum Raumordnungsplan für Nord- und Ostsee

Das Bundesinnenministerium hat unter Federführung des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie den finalen Entwurf des Raumordnungsplans für die deutsche Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) jenseits des Küstenmeers der Nord- und Ostsee vorgelegt. Ziel soll die nachhaltige Nutzung sein, nicht zuletzt um den guten Umweltzustand der Meere zeitnah zu erreichen. Der Plan soll bis mindestens 2031 gelten. Die deutschen Umweltverbände kritisieren den Entwurf, hier die ausführliche Stellungnahme.

High Stakes

The environmental and social impacts of destructive fishing on the high seas of the Indian Ocean

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