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Eldorado für Piratenfischer

Station Pazifik - September/Oktober 2006

Die Esperanza schließt im Pazifik an die Arbeit vor Westafrika an. Hier sind es Thunfischschwärme, die das Begehren der reichen Industriestaaten wecken. Durch unfaire Abkommen mit den pazifischen Inselstaaten erhalten sie Zugang zu den noch intakten Fischgründen. Damit bedrohen sie die Lebensgrundlage der einheimischen Fischer, deren Fanggründe zudem durch hemmungslose Piratenfischer ausgebeutet werden.

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Der Pazifik nimmt ein Drittel der gesamten Weltmeere ein - Kontrollen sind in diesem riesigen Gebiet eine Seltenheit. Die Esperanza ist zwei Monate lang auf Patrouille, verstärkt durch offizielle Fischerei-Inspektoren. Eine Fläche von etwa 102.000 km2 - etwa ein Drittel der Fläche Deutschlands - wird abgefahren. Dabei werden zahlreiche verdächtige Schiffe nach illegalen Fängen durchsucht.

Den Inselstaaten ist bereits viel Fisch gestohlen worden: Tritt keine Änderung ein, werden 2009 zwei Thunfischarten wirtschaftlich ausgerottet sein. Faire Fischerei-Abkommen und die Reduzierung der Fangmengen sind ein Muss für diese Region.

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