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Sonar-Tests an Grauwalen gestoppt

Ein amerikanisches Gericht hat am Mittwoch geplante Sonar-Tests an Grauwalen vor der kalifornischen Küste vorerst gestoppt, um nach einer Anhörung Mitte Januar ein endgültiges Urteil zu fällen. Die Woods Hole Oceanographic Institution plant, Grauwale auf ihrer Wanderung in südliche Gewässer mit Hochfrequenz-Sonarwellen zu beschallen. Das Institut rechtfertigt diese Versuche mit dem Ziel, durch die gewonnenen Erkenntnisse Kollisionen zwischen Walen und Schiffen zukünftig verhindern zu können.

Schon im Oktober letzten Jahres veranlasste ein Bundesgericht die Beendigung von Sonartests der National Science Foundation im Golf von Kalifornien. Auch die US Navy sicherte zu, ihre Aktivitäten bei der Entwicklung eines Sonars zur Identifizierung feindlicher U-Boote zwischenzeitlich einzuschränken.

Der Einsatz von Hochfrequenz-Sonar und der damit verbundene Stress kann bei den Walen zu Orientierungslosigkeit führen und dadurch beispielsweise Kälber von ihren Müttern trennen oder die Meeressäuger stranden lassen. Der vollständige Schutz der Grauwale hat dazu geführt, dass sich der Bestand der fast ausgerotteten Tiere vor der amerikanischen Küste etwas erholt hat. Seit Jahren fordert Greenpeace, die Weltmeere zum Schutzgebiet für Wale zu erklären, um den Meeressäugern die Möglichkeit zu geben, sich in weitläufigen Meeresregionen ungestört zu ernähren, zu paaren und zu vermehren. (dst)

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