Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Sinnloses Waletöten

Auf Island haben Greenpeace-Aktivisten große Mengen Walfleisch entdeckt, die in keiner Weise genutzt werden. Sogar Walfänger gestehen ein, dass das Fleisch für den Verzehr in Island ungeeignet ist. 200 Tonnen Walfleisch aus der gegenwärtigen Fangperiode liegen im Lager. Weitere 179 Tonnen Innereien landeten auf einer Müllhalde. Obwohl offensichtlich ist, dass die Nachfrage nach Walfleisch fast gleich null ist, setzen Island, aber auch Japan die Waljagd fort.

  • /

Island behauptet, sein kommerzieller Walfang sei nachhaltig - aber wie können sie rechtfertigen, dass sie bedrohte Tiere jagen, ohne dass es zu Hause dafür eine Nachfrage gibt und in auch in Japan ein Überangebot an Walprodukten herrscht?, fragt Frode Pleym, Meeresexperte von Greenpeace. Trotz nationaler und internationaler Proteste setzen Island und Japan die Waljagd fort. Obwohl es dafür keine wissenschaftlichen, wirtschaftlichen oder Umweltschutzgründe gibt.

Die rund 200 Tonnen Walfleisch und -speck in den isländischen Lagern warten darauf, auf chemische Verunreinigungen untersucht zu werden. Sie sollen nach Japan exportiert werden. Doch dort haben sich nach Angaben des japanischen Fischereiministeriums bereits knapp 5.000 Tonnen Walfleisch in den Kühlhäusern angesammelt (Stand Oktober 2006). Dessen ungeachtet sind gegenwärtig japanischen Walfänger auf dem Weg ins Südpolarmeer, um dort fast 1.000 Wale zu erlegen. Darunter auch vom Aussterben bedrohten Finnwale.

Um die Wale vor einem sinnlosen Tod zu schützen, wird in wenigen Tagen das Greenpeace-Schiff Esperanza von Neuseeland aus in See stechen. An Bord befindet sich auch die deutsche Greenpeace-Aktivistin und Schlauchbootfahrerin Regine Frerichs. Sie wir exklusiv auf den Greenpeace-Seiten von ihren Erlebnissen berichten.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Schwarzer Tag fürs ewige Weiß

Wirtschaftliche Interessen wogen schwerer als die Gesundheit der Ozeane: Die Antarktisschutzkommission CCAMLR beschließt vorerst kein Schutzgebiet im Weddellmeer.

Weit weg, nah am Herzen

Mehr als 380.000 Menschen unterstützen die Greenpeace-Forderung nach einem Schutzgebiet im Südpolarmeer. Ihre Unterschriften haben Antarktisschützer heute in Berlin übergeben.

Schleichendes Gift

Wenn Verbote zu spät kommen: Große Teile der weltweiten Orca-Bestände stehen vor dem Aussterben. Schuld ist ein Schadstoff, der seit fast 15 Jahren auf der Schwarzen Liste steht.