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Seehunde: Wehrlos gegen Virusinfektion

Die Seehundbestände in Nord- und Ostsee sind erneut von einem Massensterben bedroht. Ausgangspunkt der jetzigen Staupe-Epidemie ist wie 1988 und 2002 die dänische Insel Anholt im Kattegat. An ihren Stränden wurden bis zum Wochenende die Kadaver von etwa 50 verendeten Jungtieren angeschwemmt. Über die Ursachen der Epidemie ist sich die Wissenschaft nicht einig.

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Nach Untersuchungen des Veterinärmedizinischen Instituts in Kopenhagen bestätigten die Behörden, dass die Tiere vom selben Virus befallen waren, der die Bestände bei den letzten beiden Epedemien um bis zu 60 Prozent dezimierte. Damals hatte sich die Seuche von Anholt aus über ganz Nordeuropa bis hin zu den deutschen und niederländischen Wattenmeeren ausgebreitet.

Dauergifte - tückische Chemikalien in den Meeren

Die Seehunde stehen am Ende der Nahrungskette und sind Indikatoren für den Zustand unserer Meere. Über ihre Nahrung, die Fische, nehmen die Seehunde große Mengen an Giftstoffen auf. Die Organe der Tiere weisen heute eine hohe Belastung mit Schwermetallen sowie Dauergiften wie Dioxinen, PCB’s oder TBT auf. Die verendeten Tiere müssen als Sondermüll entsorgt werden.

Mit Umweltgiften belastete Seehunde haben ein geschwächtes Immunsystem und sind anfälliger für Krankheiten, sagt Thilo Maack, Meeresbiologe bei Greenpeace. Die Tiere sterben also nicht zwangsläufig an der Viruserkrankung, sondern die Belastung mit Chemikalien entscheidet über ihre Überlebenschancen.

Maack bestätigt, worüber sich viele Wissenschaftler einig sind: Das Auftreten solcher Epidemien wird durch die chemische Verschmutzung der Meere und weitreichende Lebensraumzerstörung begünstigt. Auch deshalb fordert Greenpeace, dass die Schadstoffbelastung der Meere deutlich gesenkt werden muss.

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