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Schwimmer gegen Schleppnetz

Fünf Umweltschützer springen ins Wasser, doch der Trawler Johannes Calvijn setzt seine Fahrt fort. Die Besatzung der Esperanza kämpft weiter gegen den zerstörerischen Fischfang und für das Schutzgebiet Doggerbank.

Die fünf Aktivisten hatten am Mittwoch Bojen dabei, um den rund 40 Meter langen, unter britischer Flagge fahrenden Kutter abzuhalten, mit tonnenschweren Grundschleppnetze zu fischen. Das von Greenpeace geforderte Schutzgebiet Doggerbank liegt in der Mitte der Nordsee und gehört zu den Wirtschaftszonen von Deutschland, Großbritannien, Holland, Dänemark und Norwegen.

Mit der Aktion setzt Greenpeace seine internationale Kampagne zum Schutz von Nord- und Ostsee fort. Greenpeace fordert, 17 große Gebiete in Nord- und Ostsee unter Schutz zu stellen. Sie würden rund 40 Prozent der Seefläche umfassen. Fischerei, Öl- und Gasförderung sowie Sand- und Kiesabbau müssen in diesen Schutzgebieten verboten sein.

Es ist verrückt, dass auf der wichtigen Doggerbank immer noch gefischt werden darf, sagt Iris Menn, Meeresexpertin von Greenpeace. Die Fische in Nord- und Ostsee brauchen geschützte Laich- und Brutgebiete, damit sich die Bestände erholen können. Langfristig profitiert von erholten Beständen schließlich auch die Fischereiwirtschaft.

Es ist gerade die zerstörerische Fischerei mit Grundschleppnetzen, die das gesamte Ökosystem vernichtet: Schwere Eisenketten vor den Netzen scheuchen die Fische auf und zerstören dabei den Meeresboden - er wird regelrecht abrasiert und umgepflügt.

Noch sterben durch die Grundnetzfischerei allein in der Nordsee rund 700.000 Tonnen Meerestiere jährlich sinnlos als Beifang. Für die Fischer wertlos, gehen die Tiere tot oder verletzt über Bord. Die Öffentlichkeit erfährt von dieser Plünderung vor ihrer Haustür nichts.

Das wollen wir ändern. Seit mehreren Wochen ist die Esperanza auf Kontrollfahrt in der Nordsee und sie wird auch in den kommenden Wochen in Nord- und Ostsee aktiv sein - für den Schutz unserer Meere. Unterstützen Sie die Aktionen zur Durchsetzung der Greenpeace-Forderungen mit Ihrer Spende - am besten gleich online.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Schutzgebieteseite. 

Wenn Sie mehr über die Arbeit der Schiffsbesatzung der "Esperanza" erfahren wollen, dann lesen Sie unser Weblog.(mir)

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