Felsbrocken schützen Fehmarnbelt

Schutz für Fehmarnbelt

Fischereiministerin Klöckner verzögert den Meeresschutz in Nord- und Ostsee. Greenpeace-Aktive versenken daher weitere Steine im Schutzgebiet Fehmarnbelt.

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Seit Jahren verschleppt das Bundesfischereiministerium dringend notwendigen Meeresschutz in Nord- und Ostsee. Aus Protest gegen die fortgesetzte Untätigkeit von Ministerin Julia Klöckner (CDU) haben Greenpeace-Aktivistinnen und Aktivisten nun damit begonnen, Felsbrocken im Fehmarnbelt zu versenken. Wie bereits vorher im Schutzgebiet Adlergrund vor Rügen, lassen die Umweltschützer bis zu einer Tonne schwere Granitsteine von Bord des Aktionsschiffes „Beluga II“ ins Meer, um das Schutzgebiet vor weiteren Schäden durch die Grundschleppnetzfischerei zu schützen.

Denn obwohl der Fehmarnbelt ein ausgewiesenes Schutzgebiet ist, durchpflügen Fischer mit Genehmigung von Ministerin Julia Klöckner (CDU) den Meeresgrund mit schweren Schleppnetzen und zerstören so das Ökosystem. „Nord- und Ostsee sind in einem miserablen Zustand“, sagt Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. „Die bedrohten Lebensräume dort müssen besser geschützt werden, damit Fischbestände sich erholen können. Fischereiministerin Klöckner muss diese Schutzgebiete konsequent von zerstörerischer Fischerei befreien.“

Dabei hatte die Bundesregierung bereits im Februar 2019 ankündigt, die Grundschleppnetzfischerei in Teilen des Schutzgebietes Fehmarnbelt und weiteren Natura 2000-Zonen der Ostsee verbieten zu wollen. Das Bundesamt für Naturschutz und das staatliche Thünen-Institut für Ostseefischerei hatten dafür auch einen Plan vorgelegt. Seitdem ist jedoch nichts passiert.

FFH-Schutzgebiete und Nationalparks Nationalpark in der deutschen Nord- und Ostsee

Natura 2000 verpflichtet europäische Mitgliedsstaaten, bestimmte Lebensräume und Tierarten zu schützen. Diese Karte zeigt die aufgrund dessen ausgewiesenen Schutzgebiete in der Nord- und Ostsee.

Natura2000-Regionen wie der Fehmarnbelt oder der Adlergrund vor Rügen sind zum Teil hohem Fischereidruck durch Grundschleppnetz- und Stellnetzfischer ausgesetzt. Dortige Steinriffe und Miesmuschelbänke bieten jedoch eine reichhaltige Artenvielfalt und müssen bewahrt werden. Mit ihren Fängen in den Schutzgebieten konnten die deutschen Fischer nach behördlichen Daten aus den Jahren 2013-2017 nur kläglich verdienen. „Die geringen Erlöse der Fischer in den Schutzgebieten stehen in keinem Verhältnis zum hohen ökologischen Wert dieser Lebensräume“, so Maack. „Ministerin Klöckner muss jetzt schnell einschreiten, um den vielleicht endgültigen Verlust wertvoller Ökosysteme zu verhindern.“

Intakte Schutzgebiete nützen auch den Fischern

In Deutschland besteht der Meeresschutz lediglich auf dem Papier, wie ein aktueller Greenpeace-Report zeigt. Obwohl die Regierung bereits im Jahr 2007 fast die Hälfte der deutschen Nord- und Ostsee als Schutzzonen ausgewiesen hat, sind dort Fischerei, Sand- und Kiesabbau und im Nationalpark Wattenmeer sogar die Ölförderung gestattet. Doch die Meere leiden: In der westlichen Ostsee sind besonders die Dorsch- und Heringsbestände eingebrochen, Schweinswale der zentralen Ostsee sind akut gefährdet. Zudem geht ihr die Luft aus. So genannte Todeszonen ohne Sauerstoff, in denen weder Fische noch andere Meeresbewohner überleben können, nehmen zu. Intakte Schutzgebiete wirken wie eine Atempause für die Meere. Was den Meeren dient, dient auch den Fischern: Fischbestände können sich erholen und Fischer außerhalb dieser Gebiete bald wieder mehr Fisch fangen.

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