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Greenpeace Fischratgeber vs. Datenbank des Fischerei-Portals

Scholle empfehlenswert oder nicht?

Augenscheinlich bieten sie beide Informationen zum verantwortungsvollen Fischkonsum: Die Datenbank des Fischerei-Portals und der Greenpeace Fischratgeber. Der Unterschied zwischen beiden ist jedoch wesentlich. Auf dem Fischerei-Portal sind schnell Informationen über den Zustand eines Fischbestands zu finden. Ob es sich aber um eine ökologisch nachhaltige Fischerei handelt, verrät der Fischratgeber von Greenpeace: Denn in die Bewertung von Greenpeace fließen zusätzlich Fangmethoden, Beifang und andere Kriterien ein.
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Greenpeace bewertet in seinem Fischratgeber Fisch – beliebt, aber bedroht einzelne Fischbestände bzw. Fischereien. Kabeljau hat zum Beispiel im Nordostatlantik 13 unterschiedliche Bestände, die nicht alle im gleichen Gesundheitszustand sind oder mit denselben Fangmethoden befischt werden. Kurzum: Fisch aus einigen Beständen sollte man meiden, während er aus anderen noch zu vertreten ist. Die Bewertungen werden von Greenpeace mit einer Methode durchgeführt, die einen ökosystemaren Ansatz verfolgt. Neben dem Zustand des Fischbestandes wird zum Beispiel die Fangmethode, der Beifang und die Auswirkungen auf das Ökosystem mit in die Bewertung einbezogen.

Die Datenbank des Fischerei-Portals liefert keine Bewertung von Fischereien nach ökologisch nachhaltigen Kriterien. Statt dessen bietet sie die Möglichkeit, auf einen Blick Informationen zum Zustand ausgewählter Fischbestände, sowie zur Biologie der Fischart oder zu den angewandten Fangmethoden zu erhalten. Sie liefert Fachinformationen, die das Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) verständlich aufbereitet. Das vTI ist eine Forschungseinrichtung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). So können Fischeinkäufer oder Verkäufer aus Lebensmittelhandel, Fischindustrie oder der Gemeinschaftsverpflegung schnell an fachliche Informationen zu einer Auswahl der weltweiten Fischbestände gelangen. Eine gute Service-Leistung, denn fachliche Informationen sind für einen nachhaltigen Fischeinkauf unabdingbar.

Die Datenbank des Fischerei-Portals entlässt den Einkäufer oder Verkäufer jedoch nicht aus der Verantwortung: Jeder muss die Fischereien, aus denen der Fisch bezogen wird, insgesamt im Detail betrachten und eine nachhaltige Fischerei ebenso, wie Kriterien für den Fischeinkauf für sein Unternehmen definieren. Ein gesunder Bestandszustand ist, aus Sicht von Greenpeace, nur ein Kriterium und nicht ausreichend, wenn ein Unternehmen ökologisch nachhaltige Fischereien unterstützen will.

Am Beispiel der Scholle aus der Nordsee wird der Unterschied zwischen dem Greenpeace Fischratgeber und der Datenbank des Fischerei-Portals sehr deutlich. In der Datenbank des BMELV ist zu sehen, dass sich der Schollenbestand in der Nordsee in einem guten Zustand befindet. Diese Information ist korrekt und geht auch in die Greenpeace Bewertung der Nordsee Schollen-Fischerei ein. Das ist jedoch nur eine Information. Die wesentlich entscheidendere ist die Fangmethode und der Beifang, die in der Mitte des Schollenblattes in der Fischerei-Datenbank Fischerei und ökologische Effekte zu finden sind. Die Schollen-Fischerei in der Nordsee wird überwiegend mit Baumkurren durchgeführt, die den Meeresboden zerstören und bis zu 80 Prozent Beifang haben. Das ist keine ökologisch nachhaltige Fischerei und genau deshalb wird diese Fischerei im Greenpeace Ratgeber Fisch – beliebt, aber bedroht mit rot (nicht verzehren) bewertet.

Hier wird sehr deutlich, dass Fischeinkäufer die falsche Entscheidung treffen können, wenn sie ausschließlich den Zustand des Fischbestandes als Kriterium für Nachhaltigkeit heranziehen. Leider wird die Datenbank des Fischerei-Portals von verschiedenen Institutionen immer wieder fälschlicherweise als der Fisch-Nachhaltigkeits-Ratgeber für den Lebensmittelhandel und die Fischindustrie propagiert. Damit führt man das jahrzehntelange Missmanagment in der Fischereipoltik weiter. Konsequente Veränderungen, die notwendig sind, um die weltweiten Fischbestände wieder aufzubauen und vor allem langfristig zu nutzen, bleiben auf der Strecke.

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