Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Schildkrötencamp - Ostküste Indiens

An der Ostküste Indiens, im Bundesstaat Orissa fand noch vor zehn Jahren ein wunderbares Naturschauspiel statt. An drei Stränden kamen einmal im Jahr die Weibchen der Oliven Bastardschildkröte zu Hundertausenden zusammen, um gemeinsam ihre Eier in den Sand zu legen. Inzwischen werden an einen dieser drei Strände oft nur noch Schildkrötenkadaver angeschwemmt.

  • /

Was ist passiert? Trotz bestehender Schutzzone vor der Küste, in der der Einsatz von Fischernetzen verboten ist, wurde und wird dort massiv mit Netzen gefischt. Massenhaft sterben die Schildkrötenweibchen in diesen Fischernetzen.

Nun droht den beiden noch intakten Nistplätzen der Schildkröten Ähnliches: In der betroffenen Region soll noch in diesem Jahr mit dem Bau eines Industriehafens begonnen werden. Die damit verbundene Verschmutzung und Lärmbelastung würde die Kinderstube der Oliven Bastardschildkröte massiv stören. Möglicherweise würde das sogar zum Aussterben der ganzen Art führen, denn genetische Studien deuten darauf hin, dass hier die Urzelle des weltweiten Bestandes liegt.

Greenpeace Indien hat von Februar bis Mai ein internationales Camp an Orissas Küste zum Schutz der Oliven Bastardschildkröte errichtet. Mit der Sugayatri, dem Greenpeace Schiff vor Ort, brachten die Aktivisten Bojen aus, um das existierende Schutzgebiet zu markieren. Zudem patroullierten sie vor der Küste, zeichneten illegale Fischerei auf und dokumentierten das Massensterben der Schildkröten. Auf politischer Ebene setzt sich Greenpeace dafür ein, dass es keinen Industriehafenbau und bessere Kontrollen der Schutzzonen gibt.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Schwarzer Tag fürs ewige Weiß

Wirtschaftliche Interessen wogen schwerer als die Gesundheit der Ozeane: Die Antarktisschutzkommission CCAMLR beschließt vorerst kein Schutzgebiet im Weddellmeer.

Weit weg, nah am Herzen

Mehr als 380.000 Menschen unterstützen die Greenpeace-Forderung nach einem Schutzgebiet im Südpolarmeer. Ihre Unterschriften haben Antarktisschützer heute in Berlin übergeben.

Schleichendes Gift

Wenn Verbote zu spät kommen: Große Teile der weltweiten Orca-Bestände stehen vor dem Aussterben. Schuld ist ein Schadstoff, der seit fast 15 Jahren auf der Schwarzen Liste steht.