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Rückkehr aus dem Schildkröten-Camp

Am Sonntag sind die Mitglieder des Greenpeace-Team50plus aus dem Schildkröten-Camp in Indien zurückgekehrt. Die Umweltschützer hatten sich vor etwa drei Wochen auf den langen Weg in den ostindischen Bundesstaat Orissa gemacht. Dort halfen die fünf Aktivistinnen und Aktivisten tatkräftig dabei, die olivfarbene Bastardschildkröte zu schützen. Die Strände Orissas gehören zu den weltweit letzten Brutplätzen dieser bedrohten Art.

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Die Camp-Teilnehmer sind alle hungrig wiedergekommen. Trotz teilweise schrecklicher Eindrücke würden sie die Strapazen noch einmal auf sich nehmen. Sie wollen sich jetzt von hier aus für die Schildkröten einsetzen, so beschreibt Cathrin Groll, die für Greenpeace die Ehrenamtlichen betreut hatte, die Verfassung der Heimkehrer.

Angereist war das Team, um aktiv gegen das Sterben der Tiere vorzugehen. Die Schildkröten fallen vor allem den Fangnetzen von Trawlern zum Opfer, die ohne Erlaubnis in Schutzgebieten fischen. Die Tiere ertrinken qualvoll in den Netzen. Ihre Kadaver werden als Beifang zurück ins Meer geworfen und in ungeheurer Zahl an Orissas Stränden angeschwemmt.

Groll bezeichnet daher die Dokumentation dieser Katastrophe als Hauptbeitrag des Team50plus: Aufgabe war es festzuhalten, was passiert, wenn Schutzgebiete nicht wirksam durchgesetzt werden. Auf Nacht- und Tagpatrouillen haben die Teammitglieder die Anzahl neu angeschwemmter toter Schildkröten aufgezeichnet. Geschlecht und Größe wurden genau protokolliert, der Fundort per GPS festgehalten.

Viel zu selten konnten die Aktivisten den Fund eines Schildkrötennests notieren. Natürlich schlägt die ständige Konfrontation mit den toten Tieren auf das Gemüt. Für die gestorbenen Tiere konnten die Teilnehmer nichts mehr tun. Sie mussten sich klar machen, dass ihre Arbeit ohne direkte Erfolgserlebnisse auskommen muss - aber trotzdem sehr wertvoll ist, sagt Groll.

Die Deutschen blicken auf drei spannende Wochen in Indien zurück. Das Leben in Orissa, einem der ärmsten Bundesstaaten in Indien, könnte sich nicht mehr von der Behaglichkeit in westlichen Nationen unterscheiden: Die Teilnehmer wurden daher in einem Trainingslager gewissenhaft auf das Leben in dem Camp vorbereitet und ordentlich getriezt wie Groll schmunzelnd zugibt.

Dank ihrer großen Motivation und Opferbereitschaft arrangierte sich das Team in Windeseile mit den Verhältnisse - und mit der einheimischen Bevölkerung. Für die waren die Aktivisten echte Exoten: In diesen Teil Orissas verirrt sich nur selten ein Tourist. Die Umweltschützer waren ständig in einem direkten Austausch mit den Einheimischen und gewannen so Eindrücke, die einfachen Indien-Touristen verwehrt bleiben.

Die geballte Lebenserfahrung der Aktivisten war die ganz eigentümliche Stärke des Team50plus in Orissa. Die Biographien der Teilnehmer haben sie aus den verschiedensten Gründen dem Umweltschutz zugeführt. Sie alle haben eine positive, offene Ausstrahlung gemeinsam. Für die einheimische Bevölkerung war es außergewöhnlich, ältere Menschen so aktiv zu erleben, so Groll.

(Autor: Benjamin Borgerding)

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