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Rückkehr aus dem Eis

Von den einen Kollegen hat sie Abschied genommen, die anderen haben sie gestern am Hamburger Flughafen stürmisch begrüßt: Iris Menn ist wieder zuhause. Die Greenpeace-Meeresbiologin war sieben Wochen lang mit der Arctic Sunrise auf Expeditionstour in der Arktis. Sie hat den nördlichsten Punkt ihres bisherigen Lebens erreicht, Eisbären in freier Natur erlebt und auf einem Gletscher gestanden, dessen Schwinden sie mit eigenen Augen mitverfolgen konnte.

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Menn wird sich ein paar Tage lang von der Tour erholen und dann wieder in ihren Büroalltag im Hamburger Elbspeicher eintauchen. Dort heißt es sichten - Berge von Material warten darauf, ausgewertet zu werden: Daten, Fotos, Filme.

Eines steht für die Greenpeace-Biologin schon jetzt fest: Die Prognosen des Weltklimarates aus dem Jahr 2007 sind von der Realität überholt. Die Veränderung sei dramatisch. Der Klimawandel habe mittlerweile eine beängstigende Eigendynamik entwickelt.

Der Weltklimarat (IPCC) ging in seinem letzten Bericht davon aus, dass das Sommereis des arktischen Ozeans im Jahr 2080 sein Rekordtief erreichen werde. Dieses Tief war jedoch schon 2007 erreicht. Je größer aber die frei liegende Wasseroberfläche wird, desto mehr Sonnenstrahlung nimmt sie auf. Das Wasser erwärmt sich und beschleunigt die Schmelze - ein Teufelskreis. Expeditionsteilnehmer Peter Wadhams von der Universität Cambridge vermutet, dass der arktische Ozean bis 2030 im Sommer komplett eisfrei sein wird.

Der Klimawandel hat auch die Meeresströmungen verändert. Ungewöhnlich warmes subtropisches Wasser strömt bis an die Gletscherkante Grönlands und beschleunigt dort die Schmelze. Das schwimmende Gletschereis hält und stabilisiert die Massen des vom Inland nachdrückenden Eises. Bricht es weg, fließt der Gletscher schneller zum Meer und schmilzt - ein weiterer Teufelskreis. Gletscherschmelze und das Schwinden des Inlandeises führen zu einem massiven Anstieg des Meeresspiegels.

Die Erkenntnisse aus der Expedition sollen vor dem Beginn des UN-Klimagipfels im Dezember veröffentlicht werden - als Mahnung an die Regierungschefs der Welt. Die Zeit zum Reden ist vorbei, sagt Menn. Jetzt muss gehandelt werden.

Iris Menn hat in unserem Weblog Im Treibhaus über ihre Erlebnisse und Erfahrungen in der Arktis berichtet.

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