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Raubfischerei - Angriff auf die Meere

Piratenfischerei gefährdet in alarmierendem Ausmaß den Südlichen Ozean. Als solchen bezeichnet man die antarktische Meeresregion südlich des 60. Breitengrades. Australische Wissenschaftler sprechen von einer letzten Chance für das riesige Ökosystem. Melbourne hat um globale Hilfe gebeten, um den Raubfischern das Handwerk zu legen. Ein bewaffnetes australisches Überwachungsschiff patrouilliert bereits im Südpazifik.

Im Ökosystem der Meere kommt jeder Art große Bedeutung zu. Jeder Artenverlust setzt demzufolge eine Kettenreaktion in Gang, die das empfindliche ökologische Gleichgewicht stört. Im Südpazifik stellt vor allem die Jagd auf den Schwarzen Seehecht eine akute Gefahr dar. Der Schwarze Seehecht, auch Weißes Gold der Antarktis genannt, gilt besonders in Japan und den USA als Delikatesse. Um sein Fleisch auf dem Markt zu Geld zu machen, wird er skrupellos überfischt.

Die kilometerlangen Leinen der illegalen Fischer mit ihren Tausenden Ködern bedrohen nicht nur den Schwarzen Seehecht. Der Beifang ist immens. Nicht nur Fische und Meeressäugetiere, auch Seevögel wie der Albatross werden beim Auswerfen der Köder angelockt. Sinken die Leinen dann ab, werden die Tiere mit hinuntergezogen und ertrinken. Insgesamt rund 100.000 Seevögel fallen jedes Jahr der Raubfischerei zum Opfer.

Insgesamt werden Schätzungen zufolge jährlich weltweit zwischen einer und zehn Billionen Langleinenhaken gesetzt - die meisten illegal. Nach Auffassung der australischen Regierung kann nur internationale Kooperation das Ökosystem des Südlichen Ozeans noch vor den Piraten retten. (sit)

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