Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Piratenfischerei einen Riegel vorschieben!

Greenpeace-Umweltschützer haben am Montag in Schwerin den Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Tillmann Backhaus (SPD), dazu aufgefordert, gegen Piratenfischer im Rostocker Hafen vorzugehen. Außerdem sind in Berlin dem Bundeslandwirtschaftsministerium die Schlüssel übergeben worden, mit denen Aktivisten die Piratenfangschiffe im Rostocker Hafen am Samstag symbolisch an die Kette gelegt hatten.

  • /

Vor der Aktion am Samstag hatte einer der Fischtrawler den Hafen bereits in Richtung Polen verlassen. Da sie auf der schwarzen Liste der EU stehen, dürfen die Trawler eigentlich in keinem europäischen Hafen mit Vorräten, Treibstoff oder Ausrüstung versorgt werden. Aus gutem Grund: Jahrelang haben sie illegal, unreguliert und undokumentiert im Atlantik gefischt und damit gegen internationale Abkommen verstoßen.

Die Politik muss endlich handeln, die Piratenfischer gehören an die Kette. Sie dürfen erst auslaufen, wenn sie nachweisen können, dass ihr nächster Fischzug nicht illegal ist, sagt Andrea Cederquist, Meeresbiologin von Greenpeace.

Die Politiker können nicht behaupten, die illegale Fischerei zu bekämpfen und dann zusehen, wie sich Piratenfischer in einem deutschen Hafen für ihren nächsten Fang rüsten, kritsiert Cederquist. Wegen Missachtung internationalen Rechts prüft Greenpeace derzeit rechtliche Schritte gegen die beiden Ministerien in Berlin und Schwerin.

Die Piratenfischer ignorieren internationale Fischereiabkommen und scheren sich nicht um Fangquoten. Das illegale Geschäft lohnt sich, jährlich werden so zwischen 3,4 und 7,6 Milliarden Euro erbeutet. Gravierender fallen noch die ökologischen Folgen aus: Fischbestände auf der Hohen See und an den Küsten von Entwicklungsländern sind akut durch Piratenfischerei bedroht.

Nach Greenpeace-Informationen wollen die Trawler vor Mauretanien, Westafrika, oder im Pazifik ihr Unwesen treiben. Auch das Greenpeace-Schiff Esperanza wird in den kommenden Wochen das Seegebiet vor der westafrikanischen Küste ansteuern. Dort gehen Piratenfischer häufig auf ihre Raubzüge, da das Gebiet kaum kontrolliert wird.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Klimakiller Kunststoff

Plastik ist schädlich für die Umwelt – so weit, so bekannt. Ein neuer Report beleuchtet einen bislang vernachlässigten Aspekt von Kunststoffen: wie sie den Klimawandel vorantreiben.

Löchrige Lebensversicherung

Eine Million Arten sind vom Aussterben bedroht. Die Wissenschaft fordert ein radikales Umdenken. Was der Weltbiodiversitätsrat empfiehlt, erzählt Christoph Thies von Greenpeace.

Angebot ohne Nachfrage

Niemand braucht arktisches Öl – die Risiken sind hoch und die Reserven reichen. Greenpeace-Aktivisten protestierten darum an einer Ölplattform auf dem Weg in die Barentssee.