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Piratenfischer im Rostocker Hafen festgesetzt

Mit einer Kette haben Greenpeace-Aktivisten in Schlauchbooten am Samstag illegale Fischtrawler im Rostocker Hafen festgesetzt. Eines der aus fünf Schiffen bestehenden Flotte hatte am Freitagabend überraschend den Hafen verlassen. Auf einem Transparent fordern die Aktivisten: Stoppt Piratenfischer!. Einige Aktivisten kletterten an Bord der Schiffe, andere kennzeichneten die Trawler mit Stop Pirate fishing!

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Die Fischtrawler stehen auf der schwarzen Liste der EU, weil sie im Atlantik jahrelang illegal, unreguliert und undokumentiert gefischt haben und damit gegen internationale Abkommen verstoßen.

Die Flotte der Piratenfischer liegt schon seit mehreren Jahren in Rostock und überwintert dort. Nachdem die Schiffe kürzlich verkauft wurden, sollen sie nun unter neuen Namen und neuer Flagge auslaufen, um sich an anderer Stelle für den nächsten Raubzug zu rüsten.

Die Trawler sind wegen Piratenfischerei aus den Registern der Billigflaggenländer Belizes und Domenicas gelöscht worden. Mittlerweile haben sie die Georgische Flagge und als neuen Charterer eine Firma in Panama. Der Eigner ist allerdings der gleiche geblieben.

Greenpeace hatte die Flotte bereits Mitte Dezember entdeckt und die Behörden informiert. Diese haben seitdem aber nichts unternommen, um die Vorbereitungen der Piratenfischer zu verhindern.

Es ist ein Skandal, dass sich Piratenfischer in einem deutschen Hafen unbehelligt für ihren nächsten Fang rüsten können, sagt Andrea Cederquist, Meeresbiologin von Greenpeace. Diese Fischtrawler dürfen nach einer EU-Verordnung in den Häfen nicht mit Vorräten, Treibstoff oder Ausrüstung versorgt werden. Wenn in Deutschland die Behörden zusehen, wie die Schiffe sich vorbereiten, dann verstoßen sie gegen die Verordnung.

Besonders auf der Hohen See und an den Küsten der Entwicklungsländer sind Piratenfischer ein enormes Problem. Sie stehlen Fisch, die Nahrungsgrundlage von einigen der ärmsten Länder, und zerstören den Lebensunterhalt der einheimischen Fischer. Weltweit entstehen durch die Piratenfischerei jährlich Verluste zwischen 3,4 und 7,6 Milliarden Euro.

Bei einer ersten Protestaktion gegen die Piratenfischer am 19. Dezember 2005 hatte Greenpeace die Bundesregierung aufgefordert, die Piratenfischer an die Kette zu legen. Damals hießen die etwa sechzig Meter langen Schiffe noch "Oyra", "Ostroe", "Okhotino", "Olchan" und "Ostrovets". Mittlerweile sind sie umbenannt und heißen "Eva", "Junita", "Rosita", "Isabella" sowie "Carmen".

Derzeit werden rechtliche Schritte gegen das zuständige Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie gegen das entsprechende Ministerium in Mecklenburg-Vorpommern geprüft.

Zudem liegen Informationen vor, wonach die Trawler vor Mauretanien/Westafrika oder im Pazifik fischen wollen. Piratenfischer steuern dieses Seegebiet häufig an, da es dort fast keine Kontrollen gibt. Auch das Greenpeace-Schiff Esperanza wird in den kommenden Wochen im Atlantik vor der Westafrikanischen Küste kreuzen, um die Piratenfischerei zu dokumentieren.

Mangelnde Kontrollen sind nicht das einzige Problem. Piratenfischer können viel zu leicht die internationalen Abkommen umgehen: So ist zwar der Staat, unter dessen Flagge ein Schiff fährt, für dessen Aktivitäten verantwortlich. Doch Länder wie Belize, Domenica oder Georgien verkaufen ihre Flagge gegen gutes Geld. Dafür kontrollieren sie die Schiffe nicht, so dass Verstöße auch nicht geahndet werden.

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High Stakes

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