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Philippinen: Mine Lafayette erhält zweite Chance

Greenpeace-Aktivisten haben am Donnerstag an einer Anlegestelle der Lafayette Mine auf Rapu Rapu Island ein Banner mit der Aufschrift Stop polluting our ocean! angebracht. Nachdem die Mine wegen zweier Unfälle im Oktober 2005 geschlossen wurde, erreichten die Betreiber einen 30-tägigen Probebetrieb bei der philippinischen Umweltbehörde. Bereits einige Tage nach der Inbetriebnahme setzte ein Fischsterben ein. Anfang August zeigten Proben des Wassers des Mirikpitik Creeks die Ursache: bedenkliche hohe Konzentrationen giftiger Metalle wie Cadmium, Kupfer und Zink. Auch am Donnerstag wurden wieder Proben entnommen.

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Doch schon nach wenigen Monaten zeigen sich die Resultate der lockeren Umweltschutzmaßnahmen: Am 11. Oktober 2005 treten 20 Kubikmeter cyanidverseuchter Giftschlamm aus, auf starke Regenfälle am 17. Oktober folgen noch höhere Cyanidwerte im Wasser der Alma und der Pagcolbon. Beide Male sterben Meeresorganismen, Krustentiere, unzählige Fische.

Aufgrund fahrlässigen Handelns - Lafayette hatte mit dem Abbau der Bodenschätze begonnen ohne die Sicherheitsregeln vollständig ausgearbeitet zu haben - wurde das Bergbauunternehmen kurze Zeit später zu einer Strafe von etwa 172.000 Euro verurteilt. Der Großteil des Geldes war als Hilfe für die geschädigten Fischer gedacht. Doch Lafayette bezahlte nur einen kleinen Teil der Summe - der Großteil sollte im Juni 2006 folgen, kurz vor dem 30-tägigen Probelauf der Mine.

Obwohl sich die Rapu Rapu-Untersuchungskommission, ins Leben gerufen von der philippinischen Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo, nach der Untersuchung und Anhörung von Experten für die dauerhafte Schließung der Mine entschied und ein Moratorium aller Minenaktiväten auf der Insel vorschlug, ließ die Umweltbehörde den umstrittenen 30-tägigen Probelauf der Lafayette-Mine am 11. Juli zu. Dabei hatte gerade sie kurz zuvor eine Geldstrafe verhängt. Ziel des Probelaufes sei es, festzustellen ob ein Betrieb der Mine und Verschmutzung möglich ist.

Cadmium und Kupfer - wie bei den jüngsten Probeentnahmen ermittelt - sind hochgiftig für Pflanzen, Tiere und Menschen. Zink kann bereits bei geringeren Konzentrationen einen erheblichen Einfluss auf Meeresorganismen haben. Beau Baconguis, Chemieexperte von Greenpeace an Bord der Esperanza sagt dazu: Die Verschmutzung mit dem Giftmüll aus der Mine würde eindeutig die Ökosysteme der Küste und des Meeres vor Rapu Rapu Island schädigen. Deshalb muss Lafayette unverzüglich den Abbau von Erzen auf Rapu Rapu beenden. Mit der sofortigen Reinigung und Wiederherstellung des Geländes und der betroffenen Umgebung muss außerdem begonnen werden.

Rund 80 Prozent des Bodens der philippinischen Insel Rapu Rapu sind an Bergbauunternehmen verpachtet. Die Lafayette-Mine soll über einen Zeitraum von sechs Jahren 350 Millionen Dollar einbringen. In der Anlage sind 900 Arbeiter beschäftigt. Ein Greenpeace-Bericht zeigt jedoch: Das Pro-Kopf-Einkommen der Bürger mehrt sich durch den Betrieb der Mine täglich gerade um circa drei Cent. Dabei sind etwa Kosten für Gesundheit und Umwelt nicht eingerechnet.

Das Greenpeace Schiff Esperanza ist derzeit auf seiner S.O.S.-Weltmeer-Expedition um auf die Schönheit und Krisen der Weltmeere aufmerksam zu machen. Rapu Rapu Island ist bereits die zweite Station auf den Philippinen. Zuvor half die Mannschaft auf Guimaras bei der Beseitigung des Ölteppichs mit.

(Autorin: Cindy Roitsch)

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