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Norwegen: Waljagd aus Prinzip

Norwegen hat, wie jetzt bekannt wurde, 30 Tonnen Walfleisch aus der letzten Jagdsaison ins Meer gekippt. Das Fleisch war unverkäuflich. Doch obwohl die Lagerhallen voll sind, will das skandinavische Land die Fangquote für 2003 von 634 auf 711 Zwergwale erhöhen.

Sarah Tyrack, Wal-Expertin des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) ist empört: Es ist offensichtlich, dass es Norwegen nicht um die Nachfrage im Land geht, sondern die internationale Staatengemeinschaft, die den Walfang mehrheitlich ablehnt, provozieren will. Das Ziel: Die Wiederaufnahme eines kommerziellen Walfangs mit internationalem Handel.

Erst vor wenigen Tagen hat die 12. Konferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES), die noch bis zum 15. November in Santiago de Chile tagt, einen Antrag Japans abgelehnt. Tokio wollte Zwerg- und Brydewalen den absoluten Schutz des Abkommens entziehen und sie begrenzt wieder für die Jagd und den Handel freigeben. (sit)

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