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Norwegen kennt kein Pardon mit Piratenfischer

Auf frischer Tat hat die norwegische Küstenwache am Donnerstag einen Piratenfischer erwischt und aus dem Verkehr gezogen. Vor der Küste des skandinavischen Landes in der Barentssee - bereits in internationalen Gewässern, die aber durch Regionalabkommen North-East-Atlantic-Fishery-Commission geregelt sind - stoppten die Beamten ein Schiff, dass gerade beim illegalen Fang von Kabeljau mit einem Grundschleppnetz war. Der Trawler fuhr ohne Staatsflagge, verfügte über kein Rufzeichen und keine IMO-Nummer (IMO ist die UN-Meeresorganisation).

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Der besondere Clou an der Geschichte: Der Fischkutter trägt den Namen Joana. Greenpeace konnte ihn jedoch als ehemalige Lootus identifizieren. Dieses Schiff stand, bis es plötzlich aus den Registern verschwand, im Zusammenhang mit dem für Piratenfischerei bekannten spanischen Fischfangunternehmen Oya Perez.

Greenpeace begrüßt und unterstützt den Einsatz der norwegischen Küstenwache gegen das Schiff der Piratenfischer, sagt die Greenpeace-Meeresexpertin Stefanie Werner. Daran sehen andere Länder , dass es tatsächlich möglich ist, sich gegen den verbotenen Raubbau in den Meeren zu wehren. Sie sollten sich ein Beispiel nehmen im richtigen Umgang mit Piratenfischern nehmen. Piratenfischer nutzen Lücken im internationalen Recht aus und umgehen es, begehen Fischdiebstahl und zerstören rücksichtslos empfindliche Lebensräume am Grunde der See.

Die Beamten der norwegischen Küstenwache blieben zwölf Stunden an Bord der Joana/Lootus. Dabei gelang es jedoch nicht, die wahre Identität des Schiffes aufzudecken. Vermutlich wird der Fischkutter nun in einem norwegischen Hafen festmachen müssen für eine gründliche Untersuchung, bei der auch der jetztige Besitzer ermittelt wird. Erst dann können rechtliche Schritte gegen diesen Piratenfischer folgen.

Das Vorgehen der norwegischen Behörden gegen Piratenfischerei auch in internationalen Gewässern gebe Grund zu der Hoffnung, dass die Regierung in Oslo auch in Zukunft eine Vorreiterrolle in der adäquaten Begegnung der Piratenfischerei spielen wird. Oslo sollte seinen Schwung nutzen, um die internationale Staatengemeinschaft zum Handeln gegen Piratenfischerei zu bewegen, fordert Werner. Norwegen tut sich damit im Management des marinen Ökosystems positiv hervor.

In diesem Zusammenhang bleibt Norwegens Position in der Walfangfrage umso unverständlicher. Greenpeace appelliert deshalb an den skandinavischen Staat rückblickend auf die Resultate der kürzlich zu Ende gegangenen Tagung der Internationalen Walfangkommission, seine Position zum Walfang nochmal zu überdenken und hier zu einer einheitlichen Herangehensweise innerhalb Europas und der Mitgliedsstaaten von Regionalabkommen wie der NEAFC zu finden.

Immer wieder kommt es vor, dass Schiffe unter einer so genannten Billigflagge fahren, um ihren wahren Besitzer zu verbergen und um Fangquoten und Beschränkungen zu vermeiden. Der nun erwischte Piratenfischer verfügte über keine Erlaubnis, in der Barentssee zu fischen. Er versuchte sein Glück in der Lücke zwischen norwegischen und russischen Hoheitsgewässern.

Der Kabeljaubestand in der Barentssee gilt als der letzte gesunde Bestand weltweit. Doch nach Angaben der norwegischen Küstenwache werden inzwischen bis zu 150.000 Tonnen neben den gesetzlichen Quoten zusätzlich illegal gefischt. Deshalb haben die Fische im vergangenen Jahr erstmals Zeichen von Überfischung wie zu frühes Ablaichen oder geringe Größe beim Zeitpunkt des Fangs aufgewiesen.

Greenpeace fordert, diese von Seeleuten Loophole (Lücke) genannte Meeresregion zu einem internationalen Schutzgebiet zu machen. Dort dürfte dann nicht mehr gefischt werden und man hätte sofort eine rechtliche Handhabe gegen illegalen Fischfang.

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