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Norwegen erhöht Walfangquote

Pünktlich zu Weihnachten verkünden auch die Norweger, ihre Walfangquote für das Jahr 2006 wieder einmal zu erhöhen. Insgesamt gab die Regierung in Oslo die Erlaubnis, im nächsten Jahr 1052 Wale zu töten. Das Parlament habe die Regierung gedrängt, die Quote zu steigern, behauptet die Fischereiministerin Helga Pedersen.

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Norwegen begründet die Jagd auf Wale damit, dass so eine starke Vermehrung der Meeressäuger verhindert werden könne. Ansonsten würden die Wale die Fischbestände stark reduzieren. Dass Wale, dort wo sie fressen, viel fressen, ist unbestritten. Seltsam ist nur, dass erstens das ökologische Gleichgewicht dadurch nie in Gefahr geraten ist und zweitens die drastische Dezimierung der Wale im 20. Jahrhundert zu keinem deutlichen Anstieg des Fischvorkommens geführt hat.

Nicht die Wale sind das Grundproblem der Fischerei. Es ist die industrielle Überfischung, die durch uns Menschen betrieben wird. Hierdurch bricht ein Fischbestand nach dem anderen zusammen. Die norwegische Regierung schiebt jedoch Walen die Schuld dafür zu und begründet damit auch noch das blutige Abschlachten dieser schönen Tiere.

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