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Neue Ausstellung: Ferien für die Meere

Die neue Greenpeace-Ausstellung Ferien für die Meere ist am Dienstag im Sea Life in Timmendorfer Strand eröffnet worden. Sie zeigt, wie stark die Meere vor unserer Haustür belastet sind: Fischerei, Öl- und Gasförderung, Sand- und Kiesabbau setzen den Gewässern zu. Gifte und radioaktive Stoffe werden in die Meere eingeleitet.

Die Ozeane sind weltweit in einer Krise. Die Arten- und Lebensraumvielfalt schwindet und 75 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände sind stark überfischt, sagt Iris Menn, Meeresbiologin bei Greenpeace.

Wenn wir den Meeren noch eine letzte Chance geben wollen, brauchen wir großflächige Schutzgebiete. Dort müssen zerstörerische Aktivitäten wie Fischerei oder auch Öl- und Gasförderung verboten sein. Beispiele aus Neuseeland und den USA zeigen die positive Wirkung von Schutzgebieten: Sie können zur Erholung der Fischbestände führen und somit der lokalen Fischindustrie Auftrieb geben.

Zu den zahlreichen Exponaten der Ausstellung gehört auch der Walopterus. Er zeigt, wie ein Schweinswal aussehen müsste, um gegen durch Menschen verursachte Gefahren gewappnet zu sein. Stielaugen würden ihm helfen, sich im verschmutzten Meer zurecht zu finden. Mit einer Schere an der Schnauze könnte er sich selbst aus Stellnetzen befreien. Kopfhörer könnten ihn vor diversen Lärmquellen wie Ölplattformen oder Schiffsschrauben schützen.

Falls der Walopterus einmal stranden sollte, kann er sich mit seinen krallenähnlichen Flossen von selbst wieder ins Meer retten. Die verschiedenen Giftstoffe sammelt er in einem Kropf, um sie dann durch Hautpickel wieder auszuscheiden. Ein Luftring auf dem Rücken gibt ihm Auftrieb, damit er durch die bleihaltigen Gifte nicht zu stark nach unten gezogen wird.

Für die echten Schweinswale ist das derzeit leider keine Option. Welche Lösungen es für die Probleme in den Meeren gibt, zeigt die Ausstellung im Sea Life Centre. Greenpeace setzt sich für eine ökologisch nachhaltige und sozial verantwortliche Nutzung der Meere ein.

Mit Ferien für die Meere setzen Greenpeace und Sea Life bereits im achten Jahr ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort. Es gibt strenge Absprachen zum Arten- und Umweltschutz. Sea Life verpflichtet sich, umweltverträgliche Produkte zu verwenden. Die gezeigten Tiere stammen aus heimischen Meeren oder Nachzuchten. Meeressäuger und geschützte Arten werden nicht gezeigt. (us)

Wo Greenpeace welche Schutzgebiete warum einrichten würde, können Sie hier lesen: "Schutzgebiete für Meere und Urwälder"

Fakten und Wissenswertes zur Notwendigkeit von Meeresschutzgebieten finden Sie auf unserer Seite: "Meeeresschuztgebiete sind überlebenswichtig"

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