Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Nauru-Abkommen zum Schutz der Thunfische

Acht pazifische Inselstaaten haben ein Abkommen zum Stopp der Überfischung der Thunfischbestände geschlossen. Greenpeace beglückwünscht die Staaten zu diesem Schritt in Richtung des ersten Meeresschutzgebietes in internationalen Gewässern.

  • /

Das sogenannte Nauru-Abkommen wurde von Mikronesien, Kiribati, den Marshallinseln sowie Nauru, Palau, Papua-Neuguinea, den Salomonen und Tuvalu unterzeichnet. Das Abkommen gibt neue Regeln für alle Thunfisch-Fischer in der Region vor. Es wird am 15 Juni 2008 in Kraft treten.

Haben Fischer eine Lizenz zum Thunfischfang in den Hoheitsgewässern der acht Staaten, dürfen sie ab diesem Zeitpunkt keine Thunfische in benachbarten internationalen Gewässern mehr fangen. Zur Überprüfung der neuen Regeln sind Beobachter an Bord der Fischereischiffe gesetzlich vorgeschrieben.

Außerdem müssen die Fischer ihren gesamten Fang an Bord behalten. Beifang darf künftig nicht mehr ins Meer zurückgeworfen werden. Dadurch füllen sich die Lagerräume schneller als bisher. Die Zeit auf See und die Menge des gefangenen Thunfisches wird so reduziert.

Dies ist ein historischer Moment für den Pazifik, seine Bevölkerung, die Meereslebewesen und die zukünftige Nahrungssicherheit. Der ganzen Welt wird gezeigt, was durch die Zusammenarbeit mehrerer Staaten zum Wohle aller erreicht werden kann, freut sich Lagi Toribau, Meeresexperte bei Greenpeace Australien/Pazifik.

Toribau ist zurzeit an Bord des Greenpeace-Schiffs Esperanza. Die Esperanza ist seit sieben Wochen im Pazifik unterwegs, um auf die Überfischung der Großaugen- und Gelbflossenthunfische aufmerksam zu machen.

Wenn wir morgen noch Fisch haben möchten, brauchen wir heute Meeresschutzgebiete, erklärt Sari Tolvanen von Greenpeace International. Jahrzehntelange Überfischung haben einige Thunfischbestände im Pazifik auf 15 Prozent ihrer einstigen Stärke dezimiert. Auch die Auswirkungen der zerstörerischen Fangmethoden auf Haie, Schildkröten und andere Meeresbewohner sind enorm.

Greenpeace setzt sich dafür ein, 40 Prozent der Weltmeere unter Schutz zu stellen. In diesen Gebieten soll nicht gefischt werden. So können sich die Meere und ihre Bewohner von der Überfischung erholen.

Die Einrichtung von Meeresschutzgebieten wird auch auf der derzeit stattfindenden UN-Konferenz zur Biologischen Vielfalt (CBD) in Bonn ein Thema sein. Das Nauru-Abkommen ist ein eindeutiges Zeichen für die an der CBD teilnehmenden Regierungen, sagt die politische Beraterin bei Greenpeace International Nathalie Rey. Ist der politische Wille vorhanden, kann sofort gehandelt werden.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Das Wegwerfprinzip

„Bioplastik“, „Chemisches Recycling“ – so was klingt erst mal gut, ist es aber nicht. Der Report „Das Wegwerfprinzip“ beschreibt, mit welchen Tricks multinationale Konzerne die Öffentlichkeit täuschen.

Bedrohte Tiefsee

Der Wettlauf um die Ressourcen auf dem Meeresboden hat begonnen. Grund ist der große Hunger der Hightech-Industrie nach Kobalt, das sich in den Manganknollen in tausenden Metern Tiefe befindet. So wird der Tiefseebergbau eine der schwerwiegendsten neuen Bedrohung für unsere Ozeane, noch bevor wir ihre sensiblen Ökosysteme und ihre Prozesse überhaupt verstanden haben.

Mehr zum Thema

Tiefseeparadies im Atlantik

Die Tristan Languste galt als ausgerottet am Tiefseeberg Vema. Eine Greenpeace-Expedition konnte jetzt ihre Rückkehr dokumentieren – dank  eines 2007 verhängten Fischereiverbots.

Dreckiges Ölgeschäft

Shell will alte Plattformen mit 11.000 Tonnen Öl in der Nordsee verrotten lassen. Dagegen protestieren seit heute Morgen Greenpeace-Aktivisten und kletterten auf zwei Plattformen.

„Es ist besorgniserregend“

Noch eine schlechte Nachricht fürs Klima: Der Meeresspiegel steigt schneller als erwartet. Ein Interview zum IPCC-Sonderbericht Meere mit Greenpeace-Experten Karsten Smid.